Tilidin Tropfen kaufen auf eu-rezeptfrei.net

Lichtenberg Apotheke, 11. August 2017

Tilidin-Tropfen unterliegen, wie alle anderen Medikamente mit dem Wirkstoff Tilidin, strengen gesetzlichen Abgaberegelungen. Die meisten Produkte dieser Gruppe sind vom Betäubungsmittelgesetz erfasst. Die wenigen, auf die das nicht zutrifft, sind immerhin verschreibungspflichtig. Dadurch soll dem weit verbreiteten Tilidin-Missbrauch in der Drogenszene Einhalt geboten werden. In jüngerer Zeit häufen sich aber die Berichte über Anbieter, die es verstanden haben, die gesetzlichen Regelungen geschickt zu umgehen.

Tilidin ist eine synthetisch hergestellte Substanz aus der Gruppe der Opioide, die vor allem in stark wirksamen Schmerzmitteln zum Einsatz kommt. In Fertigarzneimitteln ist Tilidin meist in fester Verbindung mit dem Opioid-Antagonisten Naloxon vorhanden, der einen Missbrauch als Rauschgift verhindern soll. Trotzdem hat Tilidin nach wie vor eine traurige Berühmtheit in der Drogenszene, vor allem die unauffälligen Tilidin-Tropfen. So nehmen gewaltbereite Jugendliche das Mittel oft ein, um in körperlichen Auseinandersetzungen schmerzunempfindlich zu werden. Auch die euphorisierende und enthemmende Wirkung von Tilidin dürfte dabei eine Rolle spielen. Meist vergessen die jugendlichen Anwender aber, welche gefährlichen Nebenwirkungen dieses Arzneimittel hervorrufen kann.

Interessanterweise verfügen weder Tilidin-Tropfen noch alle anderen Verabreichungsformen an sich über eine wahrnehmbare Fähigkeit zur Schmerzlinderung. Wirksam werden erst die Metaboliten, also jene Substanzen, in die das Medikament im menschlichen Körper, genauer in der Leber, im Zuge der Abbauprozesse aufgespalten wird: Nortilidin und Bisnortilidin. Diese beiden Chemikalien wirken auf das Zentralnervensystem und aktivieren dort das körpereigene Schmerzhemmungssystem. Dieses System hemmt effektiv die Weiterleitung der Signale an das Gehirn, wodurch die Schmerzempfindung herabgesetzt wird.

Die medizinische Domäne von Tilidin sind starke und sehr starke Schmerzen. Nach Operationen wird oft Tilidin gegeben sowie an Personen, die unter schmerzhaften Krebserkrankungen leiden. Für langjährige Rheuma-Patienten ist Tilidin oft die letzte Hoffnung, wenn nicht-opioide Schmerzmittel keine Wirkung mehr zeigen. Allerdings hat Tilidin auch bei bestimmungsgemäßer Anwendung einen entscheidenden Nachteil: Das Opioid macht innerhalb kurzer Zeit körperlich abhängig und der Entzug kann schlimmer sein als ein Entzug von Heroin. Manche Menschen sind sogar an den Entzugserscheinungen gestorben. Andere entwickeln eine Abhängigkeit und verlangen nach immer höheren Dosierungen. In solchen Fällen ist das plötzliche Absetzen keine Alternative. Die Dosis muss langsam reduziert und/oder durch andere Schmerzmittel ersetzt werden. Dies ist ohne ärztliche Hilfe kaum zu bewältigen.

Bei Drogenabhängigen sind besonders Tilidin-Tropfen beliebt. Das liegt zum Teil daran, dass sie sich gut tarnen lassen, indem man sie beispielsweise in Behältnisse für Augen- oder Magentropfen füllt. Zum anderen können sie leichter als Retard-Tabletten in Flüssigkeiten gelöst werden. Dadurch lassen sie sich einfach und unauffällig zusammen mit einem Getränk konsumieren. Für Abhängige wird es jedoch immer schwieriger, legal an das Medikament zu kommen. Ärzte sind bei den Verschreibungen vorsichtiger geworden. Zu schlecht die Presse, zu groß die Gefahr, als vermeintlicher „Dealer in Weiß“ seinen guten Ruf zu verlieren. Deshalb hat sich die Szene zunehmend ins Internet verlagert. Ausländische Anbieter wie eu-rezeptfrei.net kümmern sich nicht besonders um die bundesdeutschen Regelungen. Die Preise sind zwar etwas höher als in der Apotheke und die Beträge werden nicht von der Krankenkasse übernommen, dafür fragen diese Anbieter aber nie nach einem Rezept. Sie liefern zwar nur kleine Eigenbedarfsmengen, dies aber so oft es der Kunde will.

Ärzte und Apotheker sind gegen die neue Tilidin-Schwemme aus dem Internet machtlos. Um in dieser Angelegenheit etwas zu ändern, ist die Politik gefragt. Diese zeigt sich jedoch – wie in so vielen Fällen – ahnungslos und scheint das Problem noch nicht richtig wahrgenommen zu haben. So bleiben Jahr für Jahr unzählige Jugendliche auf der Strecke, die die Gefahren von Opioiden nicht einzuschätzen gelernt haben.


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