Rhodos - Neue Fotografien von Nicola Volckmann in der Galerie für Kulturkommunikation Rainer Strzolka

Galerie für Kulturkommunikation, 1. Oktober 2012

Die Zauberhaften Bilder der Nicola Volckmann oder Volckmanns Welt

Die Fotos von Nicola Volckmann erzählen Geschichten. Wahrscheinlich ist dafür ihr Hintergrund als Journalistin und Kultur-Berichterstatterin verantwortlich. Volckmanns Welt ist originell, skurril, leise komisch und hat doch immer einen Zauber. Vielleicht ist Fotografieren ihre Art, sich selbst die Welt neu zu erklären und nebenbei auch den Betrachtern. Nicola Volckmann spürt Alltags-Relikte auf, die zunächst unscheinbar sind. Unbedeutendes setzt sie in Zusammenhänge und gibt ihren Motiven einen neue zwingende Logik und Bedeutung.

Die Fotos der griechischen Insel Rhodos entstanden im Juni des Jahres 2011, dem Zeitraum, in dem die finanzielle Misere Griechenlands begann, eine breite mediale Präsenz einzunehmen. Auf der Urlaubsinsel war dies, obgleich des drohenden Desasters, noch nicht zu bemerken. Vier Sterne blieben vier Sterne. Da faszinierten die Gelegenheits-Fotografin die schmucklosen grün-weißen Sonnenschirme. Zu Hunderten stehen sie eisern aufgereiht am Strand. Die rhodischen Sonnenschirmmacher haben sie in Jahrzehnten des Tourismus immer weiter perfektioniert bis die Schirme noch heute jedem Wind trotzen. Zwischen diesen hindurch fotografierte Nicola Volckmann Menschen am Strand. In der Serie und durch den distanzierten Kamerablick wirken sie wie aufgestellt für ein Tableau. Und immer wieder warnt ein Schild „Keep the Beach clean“. „Relikte einer reisenden Gesellschaft“ nennt Nicola Volckmann diese Serie. Zu dieser gehört auch das Nachtisch-Buffet im Hotel, bei dem zwischen adrett verzierten Creme-Schälchen plötzlich zwei bis drei „unkultivierte Brocken“ auftauchten. Werke eines Auszubildenden? Ein Scherz aus der Küche? Täglich schlich Nicola Volckmann mit der Kamera zur Dessert-Batterie und drückte auf den Auslöser. Wer tut das, fragt sie sich immer wieder. Wenn sie auch meist keine Antwort erhält, bannt die Dokumentaristin des Unbedeutenden es doch im Bild. Und lacht manchmal heimlich. Gegen all das, was die Welt nüchtern und banal macht, hält Nicola Volckmann die unbestechliche Geschichte des Details.
Nicola Volckmann ist Diplom-Kulturwissenschaftlerin, Journalistin und Gelegenheits-Photographin.

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