Redakteure & Journalisten und deren Aufgaben

Redakteure oder Journalisten sind dafür verantwortlich, dass Artikel oder sonstige journalistische Beiträge in den für die Öffentlichkeit zugänglichen Medien erscheinen können. Dabei ist die Berufsbezeichnung "Journalist" der übergreifende Begriff. Unter einem Redakteur wird meist ein angestellter Journalist (Arbeitnehmertätigkeit oder "feste freie" Tätigkeit) verstanden. Oft arbeiten "freie Journalisten" mit Redakteuren zusammen. Die ersten liefern Texte und weitere journalistische Beiträge an, die zweiten redigieren, bearbeiten und ergänzen die Texte bzw. Beiträge und stellen sie zusammen mit anderen Beiträgen im jeweiligen Medium zusammen.

Medien in der Arbeit von Journalisten und Redakteueren

Bezogen sind die Arbeit von Journalisten und Redakteuren auf Medien, die journalistischen Charakter haben. Medium kann mit "dazwischen Liegendes", "in der Mitte Befindliches" übersetzt werden. Klassische Medien sind die Tages- oder Wochenzeitung, die Zeitschrift sowie die Rundfunk- oder Fernsehanstalt. Im Internet finden sich neben "Ablegern" von klassischen Medien auch viele neue journalistische Angebote. Oft wird daher das Internet als Medium angesehen, was nicht ganz richtig ist, denn das Internet stellt lediglich die Infrastruktur für Medien bereit.

Nicht jedes Medium ist auch als journalistisch zu kennzeichnen. Journalistisch ist ein Angebot nur, wenn es sich mit Wirklichkeit auseinandersetzt, hierzu überprüfbare Informationen liefert und/oder auf Basis entsprechender Beiträge Meinungsbildung betreibt. Die zu schreibenden und zu publizierenden Texte haben also nonfiktionalen Charakter.

Die Pressefreiheit als Basis für die Arbeit von Journalisten und Redakteuren

Auch sind die Berufsbezeichnungen Journalist oder Redakteur in Deutschland und in vielen anderen Ländern nicht geschützt. Jeder kann sich selbst ohne vorgeschriebene Ausbildung zum Journalisten ernennen. Jeder kann auch ein Medium produzieren und für dieses einen journalistischen Anspruch formulieren. Relevant für Deutschland ist in diesem Zusammenhang der Begriff "Pressefreiheit", der im Grundgesetz in Artikel 5 Absatz 1 benutzt wird. Damit kann weder der Staat noch sonst eine Institution Personen, die mit dem Status des Journalisten verbundenen Rechte und Pflichten zuordnen oder aberkennen. Die Pressefreiheit ist Ausdruck des universell gültigen Menschenrechts der Meinungsfreiheit, das jedem zusteht.

ZITAT Artikel 5 Absatz 1 Grundgesetz

Jeder kann also sich informieren, sich über seine Recherchen eine Meinung bilden und Recherchen und Meinungen direkt (Flugblatt oder Website) oder indirekt (Nutzung eines anderen Mediums unter Zuhilfenahme von Redakteuren) veröffentlichen. Wer dies professionell ausübt, der kann sich als Journalist sehen und auch diese Berufsbezeichnung verwenden. Entscheidend dürfte für ihn sein, dass die von ihm produzierten Beiträge sich mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit befassen, hierzu Informationen bereitstellen und/und auf solche Beiträge aufbauend Meinungen publizieren. Kein Journalist ist jemand, der überwiegend fiktionale Beiträge (z.B. Romane oder Spielfilme) produziert.

Umsetzungen der Pressefreiheit: Journalistenverbände und Presserat

Es gibt in Deutschland allerdings Journalisten-Verbände (unter anderen DJV und dju), die ihre Mitgliedschaft an die weitere Voraussetzung knüpfen, dass der Journalist oder Redakteur überwiegend von seiner Tätigkeit leben kann. In diesem Fall erhält man über diese Verbände den Presseausweis, mit dem man belegt, dass man hauptberuflich als Journalist tätig ist.

Es gibt aber unterschiedliche Qualitätsstufen journalistischer Arbeit. Hierüber "wacht" der deutsche Presserat, der von jedem angerufen werden kann, der mit der Arbeit bestimmter Journalisten, Redakteuren oder Medien nicht einverstanden ist, z.B. weil fehlerhaft oder mit Menschenverachtung berichtet oder Meinungsbildung betrieben wird. Der Presserat prüft auf Antrag auch, ob umfassend und fachlich kompetent recherchiert wurde und ob gewisse Qualitätsstandards wie Unparteilichkeit eingehalten wurden. Als Sanktion kann aber der Presserat nur eine Rüge aussprechen, die üblicherweise dann auch vom gerügten Medium zu publizieren ist.

Zusammenarbeit von Journalisten und Redakteuren

Meist sieht die Arbeit von Journalisten und Redakteuren so aus, dass sie aus eigenem Antrieb oder in Absprache mit einer Redaktion ein Thema aufgreifen, das für eine spätere Veröffentlichung vorgesehen ist. Gute journalistische Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass zunächst gründlich recherchiert wird. Dazu sind sämtliche Fakten zu ermitteln, die im Zusammenhang mit dem Thema Relevanz haben könnten. Je nach Medium werden in dieser Phase bereits Rechercheergebnisse als O-Töne gesammelt. So können Interviews als Text, bestätigter Text, Audio- oder Videodokument gesichert werden, damit diese - je nach Medium - später zur Veranschaulichung eingesetzt werden können.

Nach der Recherche wird dann passend zum Medium ein Beitrag konzipiert und produziert. In dieser Phase werden die Redakteure immer wichtiger, weil sie ihren Kollegen Vorgaben über Kapazitäten aber auch über die gewünschte Stoßrichtung des Beitrags machen können. So wird bei Texten die Zeilen- oder Wortzahl, bei Audio- oder Videobeiträgen die Minutenzahl vorgegeben. Üblich ist auch, dass Vorgaben bezüglich verwendeter Darstellungsmedien gemacht werden. Soll ein Foto verwendet werden und welche Größe hat es? Sollen O-Töne verwendet werden und wie werden diese im Beitrag platziert? In vielen Medien ist es auch üblich, dass Überschrift und Lead (Eingangsstatement) des Beitrags von den Redakteuren verfasst werden, damit diese besser ins Umfeld passen.

Das Ziel der Arbeit von Journalisten und Redakteuren

Ein guter journalistischer Beitrag passt ins Medium, ist spannend zu lesen und wird durch einen roten Faden bestimmt. Henri Nannen sprach in diesem Zusammenhang vom "Küchenzuruf": Der Beitrag soll den Leser oder Zuschauer dazu bringen, dass er die zentralen Aussagen in einen einzigen Satz bündelt, der mit Erstaunen oder Vergnügen an eine weitere Person übermittelt wird.

Ziel aller journalistischen Aktivitäten ist also Resonanz beim Publikum. Damit diese aber auch wirtschaftlich umsetzbar ist, müssen sich Redakteure und Journalisten Gedanken zum Erfolg des Mediums (Auflage, Leserzahl, Zuschauerquote) machen. Viele Medien müssen auch berücksichtigen, dass die Leser oder Nutzer keinen oder nur einen geringen finanziellen Beitrag leisten. Sowohl bei Offline- wie bei Online-Medien sind es die Werbung, die das Medium überwiegend finanzieren.

Journalistische Arbeit und Marketing

Allerdings gehört es zum Verständnis professionell arbeitender Journalisten, dass sie keine direkte Einflussnahme der Werbung auf die Berichterstattung zulassen sollten. Solche Einflussnahme kann auch als verbotene Schleichwerbung eingeschätzt werden, und könnte dann zivilrechtliche Folgen für das Medium und die beschäftigen Journalisten und Redakteure haben.

Dieses Trennungsgebot von Werbung und Berichterstattung wird nicht immer eingehalten. Insbesondere in neuen Medien im Internet gibt es viele Formen journalistischer Arbeit, die Werbung und Berichterstattung stärker vermischen. Hier ist z.B. an das Affiliate-Marketing zu denken, bei der die Finanzierung des Mediums über bezahlte Links im Beitrag zustande kommt. Ob man solche Berichterstattungsformen noch als journalistisch einschätzen kann, ist umstritten. Generell gibt es aber viele Angebote im Bereich Marketing, die teilweise mit journalistischen Methoden arbeiten. Letztlich muss der Leser oder Nutzer entscheiden, wie er diese Angebote für seine Meinungsbildung oder Unterhaltung nutzt.