Pressekonferenz

Die Pressekonferenz ist ein sehr beliebtes Mittel der Öffentlichkeitsarbeit. Grundsätzlich kann jede Organisation eine Pressekonferenz einberufen. Außer Unternehmen oder anderen Organisationen laden auch Prominente oder Buchautoren zu Pressekonferenzen ein, wenn sie etwas mitzuteilen haben.

Meist werden für die Pressekonferenz bestimmte Medienvertreter gezielt eingeladen, aber da Pressekonferenzen öffentlich sind, können auch nicht eingeladene Medienvertreter hinzukommen. Seit ein paar Jahren werden auch viele Pressekonferenzen über den öffentlich rechtlichen Fernsehsender Phönix übertragen. Private Nachrichten-Fernsehsender bringen aber auch Ausschnitte aus Pressekonferenzen.

Die Pressekonferenz hat eine oder mehrere Zwecke, die vom Veranstalter definiert werden. Außerdem ergibt sich eine typische Sitzverteilung und ein typischer Ablauf.

Zweck der Pressekonferenz ist allgemein die Information der Öffentlichkeit. Man wählt aber die Pressekonferenz als Kommunikationsweg,

  • weil man mit einem Schlag viele Medien-Vertreter gleichzeitig unterrichten will
  • weil man diesen weitere Materialien überreichen möchte
  • weil man diesen die Möglichkeit für Rückfragen geben möchte.

Der letzte Punkt ist der entscheidende Vorteil der Pressekonferenz. Dies zeigt sich insbesondere bei hoch aktuellen Themen, die in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert werden. So entschied sich Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu, die Festlegungen der schwarz-gelben Koalition zur Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken gemeinsam mit dem Umweltminister und weiteren Verantwortlichen auf einer Pressekonferenz zu erläutern. Durch die persönliche Anwesenheit der Kanzlerin (und des bisher für seine Zurückhaltung bekannten Umweltministers), wurde die Wichtigkeit der neuen Politik sehr stark betont. Die Anwesenheit des Umweltministers und von Vertretern der Koalitionspartner konnte wohl auch deutlich werden lassen, dass hier eine einheitliche Linie "festgezurrt" werden sollte.

Wichtig ist für die Pressekonferenz die Sitzverteilung. Vorne sitzen die Veranstalter, meist auf einem Podium, was den Vorteil hat, dass bei einer großen Pressekonferenz alle Besucher noch etwas mitbekommen können. Im Saal unten sitzen die Journalisten. Meist werden auch Mikrophone und Lautsprecher eingesetzt; insbesondere dann, wenn elektronische Medien vertreten sind, die Bild- oder Tonaufnahmen anfertigen.

Eröffnet wird die Pressekonferenz meist von einem Vertreter des Veranstalters, der kurz die Rahmenbedingungen beschreibt, also auch über den geplanten Zeitraum eine Aussage macht. Auch beim Termin des Beginns der Pressekonferenz sollte der Veranstalter typische Redaktionsschlusszeiten berücksichtigen, um eine optimale Wirkung zu erreichen.

Nach dieser kurzen Eröffnung erteilt der Vertreter des Veranstalters das Wort für den Hauptsprecher, der oft eine längere Stellungnahme abgibt und auch gelegentlich andere Podiumsvertreter zu engbegrenzten Zusatzaussagen auffordert. Es ist auch denkbar, dass mehrere Sprecher des Veranstalters längere Statements abgeben. Beim oben skizzierten Beispiel einer Pressekonferenz gab die Bundeskanzlerin dem Umweltminister nach ihrem Statement das Wort.

Während der Statements des Veranstalters sind meist keine Zwischenfragen oder Zwischenrufe erwünscht. Auch Beifalls- oder Missfallens-Bekundungen sind unüblich und würden auch von beiden Seiten als Verletzung der Spielregeln angesehen werden. Was man schon mal hört, sind Erstaunens-Bekundungen.

Der Veranstalter legt selbst fest, wann er seine Statements zu Ende gebracht hat. Dann können die Journalisten Fragen stellen. Ist die Pressekonferenz sehr groß, dann macht ein Moderator Sinn. Dieser erteilt das Wort und fordert u.U. auch Personen des Veranstalters gezielt zu einer Antwort oder Meinungsaussage auf. Die Worterteilung folgt meist auf ein Handzeichen, womit es der Moderator in der Hand hat, die Frager gezielt auszuwählen, wenn sich mehrere melden. Er würde sich und dem Veranstalter aber keinen Gefallen tun, wenn er nur wohlwohlende Frager zulässt, denn spätestens am nächsten Tag hätten die unbeachtet gebliebenen Kollegen die Chance, dieses Verhalten direkt oder indirekt zu sanktionieren.

Damit eine Pressekonferenz funktioniert, sollte es der Veranstalter also akzeptieren, dass alle relevanten Fragen gestellt werden können. Das klappt meistens auch ganz gut, denn viele Pressekonferenzen werden erst beendet, wenn keine Fragen mehr gestellt werden. Diskussionen zwischen den Journalisten und zwischen Journalisten und Veranstaltern sind nicht üblich. Aber man kann sich als Frager und Befragter natürlich auf bisherige Statements beziehen und diese ergänzen, ihnen zustimmen bzw. widersprechen. Wobei die letzten beiden Punkte eher von den Veranstaltern praktiziert werden.

Ergänzt wird eine erfolgreiche Pressekonferenz durch gute Materialien: Texte, Präsentationen, Bilder und Links auf weitere Ressourcen im Netz finden sich in den Pressemappen. Möglicherweise finden sich hier auch die vorbereiteten Statements als Text und ein Sperrvermerk, dass diese Texte erst nach dem Ende der Pressekonferenz verwertet werden darf. Wird über die Pressekonferenz berichtet, dann ist aber nicht das ausgehändigte Papier, sondern das gesprochene Wort als gültig anzusehen, wenn man als Journalist über die Aussagen während der Pressekonferenz berichtet.

Die Pressekonferenz ist also noch immer ein wichtiges Instrument zur Information der Öffentlichkeit. Die Journalisten machen ihre Arbeit gut, wenn sie alle relevanten Fragen stellen und über die Ergebnisse der Pressekonferenz das Publikum knapp aber zutreffend informieren.