Neues zur Haftung von AWD bei Falschberatung bei Vermittlung von Filmfonds (IMF)

EXPRESS INKASSO® GmbH ESK Express Schutzbund gegen Kapitalvernichtung -Spezialinkasso für Kapitalanleger- , 7. März 2012

Das Oberlandesgericht Naumburg hat den AWD auf Zahlung von Schadenersatz verurteilt. Der Finanzvertrieb AWD hat seit dem Jahr 2000 im großen Stil Anteile an Filmfonds IMF 1, IMF 2 und IMF 3 des Münchener Emittenten DCM vertrieben.

AWD wird vorgeworfen, dass dessen Vermittler in vielen Fällen Anleger nicht vollständig über das hier grundsätzlich bestehende Totalverlustrisiko sowie auf die mangelnde Verwertbarkeit auf dem Zweitmarkt (sogenannte Fungibilität) aufgeklärt haben sollen. Berater, die diese Hinweise unterließen, können zum Ersatz des entstandenen Schadens verpflichtet sein. Ein weiterer Vorwurf lautet, dass die AWD Vermittler die sehr risikobehafteten Filmfondsbeteiligungen auch an Anleger vertrieben haben sollen, die für deren Alter vorsorgen wollten. Hierfür wäre ein derart riskantes Anlageprodukt aber nicht geeignet.

Das Oberlandesgericht hat dementsprechend dem geschädigten Anleger Schadenersatz von Euro 14.000,-- zugesprochen. Neben Beratungsfehlern urteilte das Oberlandesgericht, dass die Prospekte von IMF 2 und IMF 1 das Risiko eines Totalverlustes nicht korrekt dargestellt hätten, insbesondere seien diese gezielt verharmlost worden.

Eine Verjährung sei nicht eingetreten, da die Verjährung aufgrund von Beratungsfehlern immer erst dann zu laufen beginnt wenn der betroffene Kläger von den Pflichtverletzungen durch den Berater Kenntnis erlangt hat. Insbesondere fehlende oder zurückgehende Ausschüttungen würden keine Kenntnis des Klägers von möglichen Totalverlustrisiken begründen. Dies deckt sich mit der rechtlichen Einschätzung der ESK Vertrauensanwälte Seelig und Widmaier aus Heidelberg, welche ebenfalls mehrere Klagen gegen den AWD im Zusammenhang mit der Vermittlung und der Beratung bezüglich IMF Beteiligungen eingereicht haben. Nach ständiger Rechtsprechung beginnt nämlich bezüglich jeder einzelnen Pflichtverletzung die Verjährung erst dann zu laufen wenn eine konkrete Kenntnis bezüglich der geltend gemachten Pflichtverletzung seitens des Klägers vorliegt.

Die betroffenen Filmfonds IMF 2 und IMF 3 haben die eingesammelten Anlegergelder in die Produktion von Kinofilmen investiert. Immerhin kamen auf diese Weise alleine bei dem geschlossenen Fonds IMF 2 etwa Euro 110 Millionen zusammen. An dem Fonds IMF3 haben sich sogar ca. 10.000 Zeichner mit über Euro 160 Millionen beteiligt. Neben der häufig unterlassenen Aufklärung über die tatsächlich bestehenden Risiken kommt für die betroffenen Anleger erschwerend hinzu, dass die zugesagten Renditen weitestgehend ausblieben und mittlerweile gar keine Ausschüttungen mehr vorgenommen werden können. So wurden bei dem Fonds IMF 2 nur etwa 20 % der Anlagesummen wieder ausgeschüttet. Bei dem Fonds IMF 3 waren es sogar nur 17 %.

Betroffene Anleger, die eine Prüfung ihrer Anlage durchführen lassen möchten, können sich online bei dem ESK anmelden.

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