Zahnärzte warnen vor «Rotlicht-Milieu» - Rund 600 000 Zähne mit künstlicher Wurzel haben Zahnmediziner in Deutschland nach Expertenschätzung im vergangenen Jahr ihren Patienten eingepflanzt. Mit der rasant zunehmenden Zahl dieser Zahn-Implantate nehme auch das «Rotlicht-Milieu der Zunft» zu. So hieß es am Freitag am Rande der Jahrestagung des NRW-Landesverbandes der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) in Düsseldorf. Unter den rund 3000 Implantologen in Deutschland tummeln sich nach Meinung des Tagungspräsidenten und Düsseldorfer Kieferchirurgen Martin Bonsmann derzeit rund 50 «schräge Vögel», die durch «teils unseriöse Werbung» auf sich aufmerksam machten. Viele der fraglichen Zahnmediziner versprächen das perfekte und sofort belastbare Implantat binnen einer Stunde, sagte Bonsmann.
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Zahnärzte warnen vor «Rotlicht-Milieu»

2008/04/18 15:19

Pressemeldung von:
ANCOSO Development GmbH
Rund 600 000 Zähne mit künstlicher Wurzel haben Zahnmediziner in Deutschland nach Expertenschätzung im vergangenen Jahr ihren Patienten eingepflanzt. Mit der rasant zunehmenden Zahl dieser Zahn-Implantate nehme auch das «Rotlicht-Milieu der Zunft» zu. So hieß es am Freitag am Rande der Jahrestagung des NRW-Landesverbandes der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) in Düsseldorf. Unter den rund 3000 Implantologen in Deutschland tummeln sich nach Meinung des Tagungspräsidenten und Düsseldorfer Kieferchirurgen Martin Bonsmann derzeit rund 50 «schräge Vögel», die durch
Zahnärzte warnen vor «Rotlicht-Milieu»
Die Deutsche Gesellschaft für Implantologie warnt vor schwarzen Schafen im Zahnarztkittel. (Symbolbild)
«teils unseriöse Werbung» auf sich aufmerksam machten.

Viele der fraglichen Zahnmediziner versprächen das perfekte und sofort belastbare Implantat binnen einer Stunde, sagte Bonsmann. Im Normalfall könne jedoch eine Grenze von zwei bis sechs Monaten vor der Belastung des neuen Zahnes nicht unterschritten werden, erklärten Zahnmediziner bei der Tagung: «Das ist wie bei einem Knochenbruch nach einem Skiunfall».

Patienten, denen ein Kunst-Zahn empfohlen werde, sollten sich vor der Behandlung genau nach der Qualifikation, nach möglicher Zusatzausbildung des Arztes und der Zahl seiner Implantationen erkundigen, hieß es. Empfehlenswert sei es auch, noch ein weiteres ärztliches Urteil einzuholen.

Gleichwohl bedeute die moderne Implantologie, die heute durch revolutionäre Methoden etwa beim Aufbau des Kieferknochens völlig neue Möglichkeiten habe, einen großen Fortschritt in der Zahnheilkunde. Eine «Erfolgsquote» der Implantate, wonach der künstlich eingesetzte Zahn auch nach einem Jahrzehnt noch voll funktionsfähig ist, liege bei «deutlich über 90 Prozent», betonte DGI-Präsident Prof. Günter Dhom bei der Tagung. Die mit 6200 Mitgliedern größte europäische Fachgesellschaft in diesem Bereich habe zur Qualitätssicherung bei der Implantologie ein spezielles Fortbildungssystem für Zahnmediziner eingeführt.



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