Urknall im Labor: Startschuss für Beschleunigerzentrum FAIR
|
Pressemeldung von:
ANCOSO Development GmbH
Das größte Forschungsprojekt der kommenden Jahre in Deutschland ist am Mittwoch in Darmstadt auf den Weg gebracht worden. Vertreter von 15 Staaten gaben am Mittwoch in einem gemeinsamen Kommuniqué zum Bau und Betrieb des Teilchenbeschleunigers FAIR den Startschuss für eine weltweit einmalige Anlage zur Erforschung von Materie und Urknall. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) sagte: «Das neue Beschleunigerzentrum wird viele herausragende Forscher aus aller Welt nach Deutschland locken. Spitzengeräte locken auch Spitzenforscher an.» Der hessische Ministerpräsident Roland Koch
(CDU) erklärte: «Wir sind stolz und glücklich, in Hessen ein Grundlagenforschungszentrum von solch herausragender globaler Bedeutung errichten zu können.»
Die 1,2 Milliarden Euro teure Anlage wird in den kommenden acht Jahren auf dem Gelände der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt entstehen. Sie soll 3000 Wissenschaftlern aus 44 Ländern neue Einblicke in die Entstehung des Universums und den inneren Aufbau der Materie ermöglichen. Die Bauarbeiten sollen 2008/2009 starten, erste Experimente sind bereits 2012/2013 geplant. Der wissenschaftliche Geschäftsführer der GSI, Horst Stöcker, erläuterte, die Anlage werde völlig eine neue Einblicke in die Materie erlauben und könne zum Beispiel zur Erforschung von Antimaterie oder heißer Sternmaterie dienen. Auch die Physik von Sternexplosionen soll untersucht werden. Alle chemischen Elemente mit Ausnahme von Wasserstoff und Helium sind nach heutigem Wissen in Sternen und Sternexplosionen gebacken worden. «Das heißt, alle Materie - auch wir selbst - besteht letztendlich aus Sternenstaub, den Überresten von explodierten Sternen», sagte Stöcker. Für Schavan erlaubt die einzigartige Anlage auch einen Dialog zwischen Physik und Philosophie: «Es geht um die alte Frage, die schon Goethe gestellt hat, was die Welt im Innersten zusammenhält.» Herzstück von FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) ist ein unterirdischer, supraleitender Doppelringbeschleuniger mit einem Umfang von 1100 Metern. An diesen schließt sich ein komplexes System von Speicherringen und Experimentierstationen an. Die bereits existierenden GSI-Anlagen dienen als Vorbeschleuniger. FAIR soll nahezu lichtschnelle Ionenstrahlen mit bislang unerreichter Intensität auf Atomkerne schießen. So können Forscher Bedingungen nachstellen, wie sie etwa kurz nach dem Urknall geherrscht haben müssen oder bei Sternenexplosionen auftreten. Mit dem Kommuniqué einigten sich die Partnerländer zunächst auf die Finanzierung der Startphase in Höhe von 940 Millionen Euro. In dem Dokument heißt es aber auch: «Wir erklären unsere Absicht, die Finanzierung des Betriebs von FAIR gemeinsam sicherzustellen.» Nach Ministeriumsangaben müssen die Partner nun ein völkerrechtliches Übereinkommen unterzeichnen und dann die FAIR GmbH gründen. Das Bundesforschungsministerium übernimmt 65 Prozent der FAIR-Kosten, Hessen beteiligt sich mit 10 Prozent. Die übrigen 25 Prozent steuern die 14 Partnerländer bei, dazu gehören neben europäischen Staaten wie Spanien, England, Italien und Polen auch China, Indien und Russland. Die GSI ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft und gehört zu 90 Prozent dem Bund, zu 10 Prozent dem Land Hessen.
Kontakt zum Autor des Artikels:
web:
Internet Marketing
|
Kommentare
zurück zur Kategorieseite: Wissenschaft / Ingenieurwissenschaften
Dieser Artikel wurde 884 Mal gelesen
Andere Artikel dieses Autors:
- Konservativer US-Politiker Jesse Helms gestorben
- Neue US-Botschaft in Berlin offiziell eröffnet
- Sorten- und Devisenkurse am 4.7.2008
- Betancourt in Paris eingetroffen
- Emilia ist wieder da
- Glos sieht wenig Möglichkeiten gegen hohe Energiepreise
- Devisen: Euro erholt sich nicht von Vortagesverlusten - Trichet wirkt nach
- Neue US-Botschaft in Berlin wird eröffnet
- Benzinpreis steigt auf 1,60 Euro je Liter
- Benzinpreis steigt auf 1,60 Euro je Liter
- mehr...