Unwort des Jahres 2006: «Freiwillige Ausreise»
|
Pressemeldung von:
ANCOSO Development GmbH
Köthen (dpa) - «Freiwillige Ausreise» ist das «Unwort des Jahres 2006». Dies gab eine Jury aus Sprachwissenschaftlern am Freitag in Köthen bekannt. Der Begriff werde in Zusammenhang mit der Behandlung von abgelehnten Asylbewerbern benutzt.
«Freiwillige Ausreise» beziehe sich darauf, dass viele abgelehnte Asylbewerber vor einer Abschiebung unter Zwang «freiwillig» in ihre Heimat zurückkehren würden. Tatsächlich hätten sie aber keine andere Wahl. Der sechsköpfigen Jury, die das «Unwort des Jahres» erstmals in der Stadt in Sachsen-Anhalt verkündete,
lagen 1130 Vorschläge vor. Gerügt wurden von den Sprachwissenschaftlern die Wörter «Konsumopfer» und «Neiddebatte». Im Vorjahr war «Entlassungsproduktivität» zum «Unwort» gekürt worden.
Seit 1991 werden jährlich sprachliche Missgriffe gesucht, die grob unangemessen sind oder die Menschenwürde verletzen. «Unterschicht» war in diesem Jahr das am häufigsten vorgeschlagene Wort, gefolgt von «(abgehängtem) Prekariat», «Gesundheitsreform» und «Problembär». Die «Unwort»-Jury hatte diesmal drei Stunden lang um eine Entscheidung gerungen; so lange wie noch nie zuvor.
Kontakt zum Autor des Artikels:
web:
Internet Marketing
|
Kommentare
zurück zur Kategorieseite: Gesellschaft / Volksgruppen
Dieser Artikel wurde 1359 Mal gelesen
Andere Artikel dieses Autors:
- Laut Gouverneur nimmt PKK drei deutsche Bergsteiger als Geiseln
- Lufthansa kündigt im Tarifstreit verbessertes Angebot an
- Bush sieht «bedeutsame Erfolge» beim G8-Gipfel
- Südafrika streicht Port Elizabeth als Austragungsort
- Albanien und Kroatien unterzeichnen NATO-Beitrittsprotokolle
- Gewinnwarnung lässt Nordex-Aktienkurs einbrechen
- Olympia: China lässt deutsche Fabriken schließen
- Tote bei Schießerei vor US-Konsulat in Istanbul
- Tote und Verletzte bei Schießerei vor US-Konsulat in Istanbul
- Uran aus französischer Atomanlage ausgetreten
- mehr...