Über das skurrile Märchen «Wir sagen Du! Schatz.»
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ANCOSO Development GmbH
Anna Maria Mühe (22) ist nach zahlreichen Auftritten in Dramen nun erstmals in einer Komödie zu sehen. Die Tochter der gestorbenen Schauspieler Jenny Gröllmann und Ulrich Mühe spielt in der absurden Komödie «Wir sagen Du! Schatz.» ein Punk-Mädchen, das in einen verlassenen Plattenbau verschleppt wird und dort mit anderen Entführten eine Familie gründen soll. Anna Maria Mühe spricht im Interview mit der Deutschen Presse- Agentur dpa über ihre Anfänge vor der Kamera, Mädchenträume und den Mangel an guten deutschen Komödien.
Sie kommen aus einer Schauspielerfamilie.
Kam daher Ihre Motivation für Auftritte vor der Kamera? Anna Maria Mühe: «Mit meinen Eltern hatte das weniger zu tun. Das war eher zufällig: Als ich 15 war, wurde ich im Café von der Regisseurin Maria von Heland angesprochen. Ich hatte zwei Castings, und zwei Monate später habe ich dann die Hauptrolle in dem Kinofilm "Große Mädchen weinen nicht" gespielt. Maria von Heland kommt aus Schweden und kannte meine Eltern gar nicht. Erst beim Casting in den Räumen von Columbia Tristar wurde ihr gesagt, "weißt du eigentlich, wen du dir da geangelt hast?" Seither bin ich vor der Kamera und bekomme privates Schauspiel-Coaching.» Sie haben in Dramen wie dem Kinofilm «Was zählt die Liebe in Gedanken» und zahlreichen «Tatort»-Krimis mitgemacht. Wie war es für Sie, nun erstmals in einer Komödie mitzuspielen?
Mühe: «Das ist spannend gewesen, weil ich sonst mehr die "Drama Queen" spiele. Und jetzt konnte ich endlich mal etwas Lustiges spielen. Obgleich, in manchen Teilen ist die schwarze Komödie "Wir sagen Du! Schatz." eher unfreiwillig komisch, es ist so ein trockener Humor, den ich sehr gerne mag. Das hat mir großen Spaß gemacht. Vielleicht bin ich zukünftig ja häufiger in Komödien zu sehen. Aber ich finde, es gibt so wenige gute deutsche Komödien. Die Drehbücher, die ich bisher bekommen habe, gingen alle um den ersten Kuss und das lustige erste Mal. Das interessiert mich nicht, das ist doch ziemlich platt und unlustig. Wissen Sie, was nun noch fehlt? Ich will in einem schönen Kostümfilm mit Sissi-Kleidern mitspielen. Das ist wohl so ein typischer Mädchentraum.» Der Film spielt wie «Goodbye Lenin» in einer Plattenbauwohnung in Ostberlin. Gehört er in die Reihe von Filmen wie auch «Sonnenallee», in der die DDR-Vergangenheit humorvoll verarbeitet wird? Mühe: «Ich würde nicht sagen, dass es ein "Ost-Film" ist und in die Reihe von "Goodbye Lenin" gehört. Der Film hat nichts mit der DDR zu tun außer dass er "ostig" aussieht. In der Platte heißt in Berlin immer gleich Osten, dabei gibt es auch im Westteil Plattenbauten. Natürlich ist die Ausstattung eher im DDR-Stil eingerichtet, von allem gibt es ein bisschen weniger. Aber letztlich haben wir uns beim Drehen mit dem Thema Ostdeutschland nie beschäftigt. Nur eine Figur hat eine DDR-Vergangenheit, die anderen hingegen nicht. (...) Ich würde «Wir sagen Du! Schatz.» als ein skurriles Märchen bezeichnen. Die Figuren sind sehr überspitzt. Natürlich gibt es solche Menschen, aber alle zusammen trifft man sie selten. Es geht in dem Film nicht um die "Familie", sondern auch generell um das Thema Freundschaft. Er zeigt, wie wichtig es ist, dass alle an einem Strang ziehen.»
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