Toleranz und Ignoranz: Die Philosophie der Gleichgültigkeit
|
Pressemeldung von:
Apeiron Philosophieberatung
Der Begriff der „Gleichgültigkeit“ wird im alltäglichen Sprachgebrauch zumeist in einem verkürzten und abwertenden Sinne gebraucht. Dabei gilt: der Wissenschaftler wie auch der humanistisch gebildete Denker, der sich der Nüchternheit, Unvoreingenommenheit und Vorurteilslosigkeit verschrieben hat, ist keinesfalls per se desinteressiert, teilnahmslos und frei von jeglicher Stellungnahme.
Die Frage muss vielmehr lauten: Wo hört die wertfreie Anerkenntnis des individuellen Freiraums eines jeden auf, Toleranz zu sein und in Ignoranz oder Desinteresse umzukippen? Ist die
unausbleibliche Konsequenz nüchterner, vorurteilsloser, sich dem Bewerten enthaltender und nicht emotionsbeladener Betrachtungsweise zugleich auch schon der vollständige Verzicht auf Prinzipien jedweder Art? Schließen Gleichgültigkeit und Interesse einander aus? Die Antwort lautet fraglos nein. Denn die bewusste Einnahme eines Standpunktes der „Gleichgültigkeit“ erfordert gerade erst ein Verlangen der grundliegenden Kenntnisnahme. Andernfalls kann gar nicht erst befunden werden, etwas sei „gleich-gültig“, also in demselben gleichwertigen Maße gültig. Die Haltung der „Gleich-Gültigkeit“ ist also keineswegs zu verwechseln mit einem bloß nivellierenden „Einerlei“ oder „Egal“.
Als Forschungsmaxime empfiehlt und bewährt es sich, zunächst einmal alles für gleich gültig anzusehen oder in Erwägung zu ziehen, wobei sich die entscheidende Frage auftut: bis zu welchem Grade? Auch hier ist die Antwort eindeutig: der Wendepunkt liegt dort, wo Ungültigkeit oder Widersprüchlichkeit auftauchen. Gleich-Gültigkeit zum alleinigen letzten Grundsatz zu erheben, wie es die Lehre der Pyrrhoniker versuchte, wird dem Menschen, der sich den Ansprüchen der Vernunft konsequent stellt, jedoch nicht möglich sein, ohne dass er sich in Widersprüche verstricken müsste. Begriffen als Standpunkt größtmöglicher Objektivität und Neutralität ist Gleich-Gültigkeit vielmehr der unverzichtbare Anspruch, den die Vernunft an jeden aufgeklärt-mündigen Menschen stellt. Das Bedürfnis nach Beantwortung und Diskussion solcher und ähnlicher grundsätzlicher Fragestellungen wird oftmals übersehen. Dabei ist seine Gewichtung alles andere als gering. Um hier einen Beitrag zu leisten, bietet das Bonner Beratungsunternehmen Apeiron für interessierte Leser mit Hang zum philosophischen Denken in diesem Zusammenhang einen neuen Service an. Unter dem Titel „Philosophiemonatsbrief“ lässt sich kostenfrei eine monatliche Publikation zu philosophischen Themen auf der Homepage des Anbieters downloaden oder via Email abonnieren. Behandelt wird jeweils ein klassisches philosophisches Thema anhand aktueller Diskussionen aus Politik und Gesellschaft. Abgerundet wird die Publikation mit einem Literaturtipp. Der Philosophiemonatsbrief ist abrufbar unter http://www.philosophieberatung.de/Philosophiebrief_02-06.pdf
Kontakt zum Autor des Artikels:
E-Mail:
Kontakt aufnehmen
|
Kommentare
zurück zur Kategorieseite: Wissenschaft / Agrarwissenschaften
Dieser Artikel wurde 1857 Mal gelesen
Andere Artikel dieses Autors:
- Schwangerschaftsabbruch und Personenrecht aus Sicht der Philosophie
- Ob man über Hitler lachen darf: Was die Philosophie zu sagen hat
- Apeiron Philosophieberatung: Neue Pressemappe 01/07
- E-Journal für Philosophie: Ausgabe Januar jetzt erhältlich
- Killerspiele und Ego-Shooter im Kreuzfeuer - Was die Philosophie zu sagen hat
- E-Journal für Philosophie: Ausgabe Dezember jetzt erhältlich
- Monatsjournal für Philosophie: Ausgabe November jetzt erhältlich
- Aus Sicht der Philosophie: Artgerechte Nutztierhaltung
- Aus Sicht der Philosophie: Religionsunterricht an öffentlichen Schulen
- Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) aus Sicht der Philosophie
- mehr...