Schmale Reifen, breites Grinsen – Rennrad-Typenkunde
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Der Trend zum Rennrad setzte 1997 mit Jan Ullrichs Tour-de-France-Sieg ein: „Der gegen Ende seiner Karriere in Ungnade gefallene Fahrer kann sich rühmen, Rennradfahren zu einer Massenbewegung gemacht zu haben, die es ohne seine Erfolge wohl nicht gegeben hätte“, erklärte der Fachjournalist und Rennrad-Experte Caspar Gebel auf dem Recherche-Kongress Fahrrad des pressedienst-fahrrad. Seither hat sich der Rennrad-Anteil am gesamten Marktvolumen nahezu verdoppelt – von ein auf knapp zwei Prozent, heute rund 90.000 Rennräder pro Jahr. Das klingt nach wenig, allerdings lag der
Umsatzanteil, den der Fachhandel 2006 allein mit Rennrädern erwirtschaftete, bei stolzen 9,6 Prozent, wie eine Umfrage des Branchenmagazins SAZ Bike ergab.
Dass das Rennrad einen Wachstumsmarkt darstellt, zeigen die ständigen Innovationen der Komponentenhersteller. Der US-Schaltungsspezialist Sram (www.sram.com) zum Beispiel greift mit seinen neuen Rennrad-Komponenten ein Segment an, das sich 30 Jahre lang gerade mal zwei Firmen teilten. Die neue „Red“-Gruppe (Kompletträder ab ca. 4.000 Euro), die insgesamt nur knapp über 1900 Gramm wiegt, ist in kürzester Zeit zum Material der Wahl zahlreicher Profiteams geworden. Selbst ein scheinbar simples Bauteil wie der Rennradpneu mutiert zum Technologieträger: In den mit 195 Gramm superleichten Rennreifen „Ultremo“ (42,90 Euro) baut Hersteller Bohle eine Pannenschutzeinlage aus der Weltraumfaser Vectran ein, die den Pneu weitgehend pannenresistent macht. Bei Einsteigerrädern muss man auf so viel Hightech natürlich verzichten. 800 Euro kostet eine günstige Rennmaschine – inklusive Beratung durch den Radhändler. Dafür bekommt man zum Beispiel das Haibike Hai Tour Pro mit robustem, wenn auch schwerem Alu-Rahmen und funktionellen Komponenten – etwa ein Dreifach-Kettenblatt, wie man es vom Mountainbike her kennt, das besonders leichte Gänge für Bergfahrten bietet. Eine teilweise aus Carbonfasern bestehende Gabel ist ebenso an Bord wie aerodynamische Laufräder mit flachen Speichen. Ein solches Basismodell unterscheidet sich vor allem in Gewicht und Haltbarkeit von besserem Material; die Qualität von Lagerungen und Oberflächen ist geringer und damit eher etwas für Fahrer, die überwiegend bei gutem Wetter unterwegs sind. Mit rund 9,5 Kilo ist das Einsteigerrad vergleichsweise schwer, allerdings ist das Rennrad-Gewicht immer in Relation zur Masse des Fahrers zu sehen – und die ist beim Anfänger meist deutlich größer als beim ausgemergelten Profifahrer.
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