Ribéry und Hitzfeld siegen bei Fußballer-Wahl - München (dpa) - Der deutsche Rekordmeister Bayern München hat schon vor dem Start in die neue Spielzeit zwei Titel gewonnen. Der Franzose Franck Ribéry wurde zum Fußballer des Jahres, Ottmar Hitzfeld zum Trainer der Saison 2007/08 gewählt. Der Vize-Weltmeister aus Frankreich, der vor einem Jahr für 25 Millionen Euro nach München gekommen war, setzte sich in der Journalistenwahl des Fachmagazins «kicker» mit 224 Stimmen vor Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack (115) und seinem Teamkollegen Luca Toni (108) durch. Hitzfeld (264) siegte klar vor Felix Magath (131) vom VfL Wolfsburg. Mit 200 Stimmen gewann Nationalspielerin Birgit Prinz vom 1.
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Ribéry und Hitzfeld siegen bei Fußballer-Wahl

2008/08/06 13:28

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München (dpa) - Der deutsche Rekordmeister Bayern München hat schon vor dem Start in die neue Spielzeit zwei Titel gewonnen. Der Franzose Franck Ribéry wurde zum Fußballer des Jahres, Ottmar Hitzfeld zum Trainer der Saison 2007/08 gewählt.

Der Vize-Weltmeister aus Frankreich, der vor einem Jahr für 25 Millionen Euro nach München gekommen war, setzte sich in der Journalistenwahl des Fachmagazins «kicker» mit 224 Stimmen vor Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack (115) und seinem Teamkollegen Luca Toni (108) durch. Hitzfeld (264) siegte klar vor Felix Magath (131) vom
Ribéry und Hitzfeld siegen bei Fußballer-Wahl
Franck Ribery vom FC Bayern München bejubelt einen Treffer.
VfL Wolfsburg. Mit 200 Stimmen gewann Nationalspielerin Birgit Prinz vom 1. FFC Frankfurt bereits zum achten Mal in Serie die Wahl zur Fußballerin des Jahres.

Selten hat ein Club bei der traditionellen Umfrage so dominiert wie der FC Bayern. Hinter Ribéry, dem beim FC Chelsea engagierten Ex-Münchner Ballack sowie Weltmeister und Liga-Torschützenkönig Toni schafften in Philipp Lahm, Oliver Kahn, Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger vier weitere Bayern den Sprung in die Top 10. «Das ist ein einzigartiges Ergebnis und zeigt einmal mehr die Popularität und Qualität unserer Mannschaft», sagte Clubchef Karl-Heinz Rummenigge, «wir sind glücklich und stolz, dass Franck mit überwältigender Mehrheit gewählt worden ist. Sein Sieg ist absolut verdient.»

Ottmar Hitzfeld, der im Februar 2007 Felix Magath in München abgelöst und den Renommierclub in der vorigen Saison zum Double geführt hatte, vervollständigt den Triumph der Bayern. Der 59- Jährige, der erstmals die Trainerwahl gewann, wird in den kommenden zwei Jahren die Schweizer Nationalmannschaft trainieren.

Als die dreimalige Weltfußballerin und zweifache Weltmeisterin Birgit Prinz (30) in Peking mit dem Auftaktspiel gegen Brasilien (0:0) ins Unternehmen «Olympia-Gold» startete, schuftete Ribéry in München an seinem Comeback. Der Power-Fußballer, der mit seinem Turbo-Dribblings die Bundesliga verzaubert hat, hatte sich im EM-Spiel gegen Italien am 17. Juni das Syndesmoseband gerissen und war operiert worden. Anfang September kann Trainer Jürgen Klinsmann mit der Rückkehr des 25 Jahre alten Spaß-Fußballers rechnen.

In seiner Heimat war Ribéry 2007, ein Jahr nach der Vize-Weltmeisterschaft, zum Fußballer des Jahres gewählt worden. Der Glaube der «Grande Nation», der pfeilschnelle, trickreiche Künstler könne in die Fußstapfen des großen Zinedine Zidane treten, war groß. Die «L'Equipe» feierte ihn als «Le Roi de Munich» (König von München) und «Kaiser Franck», als Ribéry mit seinen Kunststücken begeisterte. Die ständigen Vergleiche mit Zidane schmeichelten Ribéry, «aber Zizou war einmalig, und ich versuche nicht, ihn zu kopieren.»

Der Franzose, der bis 2011 bei Bayern unter Vertrag steht, hat einen schweren Weg hinter sich. Ein Autounfall im Alter von zwei Jahren hinterließ Spuren. Wegen der hässlichen Narbe über der rechten Gesichtshälfte war er lange dem Spott anderer Kinder ausgesetzt. Er wuchs in Boulogne-sur-Mer auf, einer Arbeiterstadt an der Kanalküste. Wegen seines Aussehens wurde er provoziert, und Ribéry ging keiner Rauferei aus dem Weg. Er galt als Rüpel, der nur eines im Kopf hatte: Fußball. Mit 16 flog er aus dem Internat des OSC Lille. Als 2003 sein Club in Alès Pleite war, jobbte er als Straßenarbeiter.

Ein Jahr später erhielt er beim FC Metz einen Profivertrag. Nach einem unerlaubten Disco-Besuch, bei dem Ribéry in eine Schlägerei verwickelt war, wurde er gefeuert. Doch die Rückschläge machten ihn noch ehrgeiziger und besser. «Ich will immer angreifen», lautet sein Motto. Im Sommer 2005 spielte sich der 1,70 Meter kleine Dribbler mit überragenden Leistungen bei Olympique Marseille in die Nationalelf. Ottmar Hitzfeld hat Ribéry als «Glücksfall und Attraktion für die Bundesliga» bezeichnet. Bei seinen Kollegen ist der Spaßvogel beliebt, wegen seiner deftigen Streiche aber auch gefürchtet. Mit seiner algerischen Ehefrau hat Ribéry zwei Töchter, vor sechs Jahren konvertierte er zum Islam und nahm den Namen Bilal an.



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