Prominent ganz ohne Skandale und Allüren
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Thüringer Landesausstellung "Elisabeth von Thüringen. Eine Europäische Heilige"
Heilige Elisabeth macht Hollywood-Stars Konkurrenz Wartburg/Eisenach (CAB) – Dass man es auch ganz ohne Skandale und Allüren in die Schlagzeilen der großen Blätter schaffen kann, beweist seit einigen Wochen regelmäßig eine Dame aus Thüringen. In der heiligen Elisabeth haben Hollywoods First Ladies, New Yorks Hotelerbinnen und Englands Royals eine ernst zu nehmende Konkurrentin gewonnen. Anlässlich der Feierlichkeiten ihres 800. Geburtstages auf der Wartburg ist sie derzeit in aller Munde. Dabei erscheint der Lebenswandel der Adligen auf den ersten Blick alles andere als spektakulär.
Schon zu Lebzeiten galt Elisabeth als so perfekt und vorbildlich, dass sie bei ihren Zeitgenossinnen das flaue Gefühl eigener Unzulänglichkeit hervorgerufen haben muss: Bescheiden bis zur Selbstvergessenheit, freigiebig bis zum eigenen Bankrott, fromm bis hin zur Selbstgeißelung.
Doch was an der Heiligen heute noch so faszinierend ist, ist weniger ihre Perfektion als ihre Geschichte und die ungeheure Wirkung die von ihr ausging. Mit vier Jahren wurde die ungarische Prinzessin als künftige Braut des Landgrafen nach Thüringen verbracht, mit vierzehn verheiratet. Zwanzigjährig war sie bereits dreifache Mutter und Witwe. Nach dem Tod ihres Mannes musste sie die landgräfliche Residenz verlassen und legte ein radikales Armutsgelübde ab, ehe sie selbst vierundzwanzigjährig verstarb. Schon kurz darauf wurde sie heilig gesprochen und europaweit verehrt. So bildeten sich nicht enden wollende Pilgerströme zu ihrem Grab. Der Minnedichter Wolfram von Eschenbach soll sie besungen haben, spätere Generationen stellten sie meist mit einem Korb voller Rosen als Symbol ihrer Wundertätigkeit und Freigiebigkeit dar. Elisabeth wurde zur deutschen Nationalheiligen erklärt und gilt heute als beliebteste Frau des Mittelalters. Große Kunstwerke halten das Gedenken an diese außergewöhnliche Frau am Leben. Und ihre Faszination ist ungebrochen: 2007 pilgern wieder die Scharen zur Heiligen Elisabeth, täglich bis zu 3.000 Menschen. Die Wartburg bei Eisenach, auf der die Landgräfin den größten Teil ihres kurzen Lebens verbrachte, ist Schauplatz der 3. Thüringer Landesausstellung „Elisabeth von Thüringen. Eine europäische Heilige“. Bis zum 19. November sind dort originale Zeitzeugnisse und Kunstwerke aus dem Leben einer Frau zu bestaunen, die es ganz ohne Allüren und Skandale zu andauerndem Starruhm gebracht hat.
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