Porträt: Nokia-Chef Kallasvuo - Zur Schließung von Nokias Handyfabrik in Bochum und den harten Anschuldigungen aus Deutschland hat Olli-Pekka Kallasvuo (54) in Helsinki bisher geschwiegen. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück dürfte auch kaum den Konzernchef vor seinem inneren Auge gehabt haben, als er Nokia «Karawanen-Kapitalismus» vorwarf. Der spröde, ruhig und ernst wirkende Kallasvuo hat persönlich mitunter Probleme, Grenzen unbeschadet zu wechseln: Kurz vor dem Antritt 2006 als Chef beim erfolgreichsten Handyhersteller der Welt wurde der studierte Jurist vom Zoll in Helsinki als Schmuggler erwischt. Kallasvuo hatte in Zürich für 11 000 Euro Kleidung, Koffer, Antiquitäten und Ähnliches eingekauft, sich am Flugplatz die Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen, bei der Ankunft im heimischen Helsinki aber nichts verzollt. Er habe nicht gewusst, dass er von einem Nicht-EU-Land in ein EU-Land gewechselt sei, meinte der studierte Jurist und zahlte sein Bußgeld von 30 000 Euro.
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