Pal Dragos: Das Ende der Hausärzte?
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Wachstumstrend Forschungsinstitut und Verlags-GmbH
Ist es bald mit den Hausärzten vorbei? Diese Frage wird in der heutigen medizinischen Versorgung immer häufiger diskutiert. Werden die Versicherten aus Kostengründen bald den „guten alten Hausarzt“, der über Generationen eine Familie begleiten konnte, vermissen müssen? Oberflächlich betrachtet sind es in erster Linie finanzielle Gründe, die zur Aufgabe der hausärztlichen Praxen führen. Stattdessen entstehen mehr medizinische Zentren und die medizinische Versorgung wird immer mehr zentralisiert, aber damit auch delokalisiert. Der digitaler Kapitalismus (Martin Papapol) forciert
immer stärker die Zunahme der Rentabilität bei der Erbringung von medizinischen Leistungen. Was die technischen Leistungen betrifft, lassen sich solche medizinischen Leistungen in einem Ärztezentrum besser organisieren und auch kostengünstiger erbringen.
Lässt sich jedoch die Medizin nur auf die Technik reduzieren? Und wovon sollen die Hausärzte in der Zukunft leben, wenn sie ihr Einkommen bisher überwiegend auch aus der Erbringung von technischen Leistungen realisiert haben? Die Problematik hat aber auch eine tiefere Sicht, auf die ich hier aufmerksam machen möchte. Der Begriff des Hausarztes setzt nicht nur einen Arzt sondern auch ein „Haus“ voraus. Das Wort „Haus“ brachte eine bestimmte, bürgerliche Gesellschaftsordnung mit ihren Subjekten symbolisch zum Ausdruck. Man muss heute die radikale Änderung der Gesellschaft wahrnehmen. Der gesellschaftliche Konsens über einen bestimmten Umgang mit dem eigenen Körper und damit auch die so genannte Über-Ich-Bildung fallen weg. Die Familien befinden sich in einem Zerfallsprozess. Die Reproduktion der Subjektbildung fällt immer schwerer. Die Verhärtung oder die Auflösung der Subjekte ist auf der Tagesordnung. „Jeder ist der Schmied seiner eigenen Sucht!“ Die Voraussetzungen für die gesellschaftliche Einbettung des alten hausärztlichen Dienstes sind weggefallen. Wir leben in dieser Hinsicht in einer Übergangszeit. Für die Strategie, nur das „Alte“ zurückhaben zu wollen, koste es, was es wolle, lässt sich gut prognostizieren: Es wird so viel „kosten wollen“, dass es niemand mehr bezahlen will. Es wäre besser darüber nachzudenken, was man in der Zukunft wirklich will. Weitere Informationen zur Entwicklung des Subjekts und der Medizin siehe auch Dr. Pal Dragos: Die Zukunft der Homöopathie II - Die Metamorphose des Subjekts, 2008, Norderstedt
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