Ostdeutsche Renten könnten künftig kleiner ausfallen
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Pressemeldung von:
ANCOSO Development GmbH
Ostdeutsche Rentner künftiger Jahrgänge müssen möglicherweise mit kleineren Renten vorlieb nehmen als diejenigen, die innerhalb der nächsten vier Jahre in Rente gehen. Dies ergibt sich aus einer Studie der Rentenversicherung, aus der das Magazin «Der Spiegel» vorab berichtete. Einer der Gründe für die schrumpfenden Renten ist, dass manche Jüngere wegen der hohen Arbeitslosigkeit in den neuen Ländern kürzere Versicherungszeiten vorweisen können als die Älteren. Verglichen wurden die Rentnerjahrgänge von 1942 bis 1946 mit den Jahrgängen 1957 bis 1961. Ostdeutsche Politiker
forderten eine schnelle Angleichung der unterschiedlichen Rentenwerte in Ost- und Westdeutschland.
Die Studie zum allgemeinen Stand der Altersvorsorge in Deutschland soll in der kommenden Woche komplett vorgestellt werden, nachdem Teilergebnisse bereits im Juni veröffentlicht worden waren. Laut «Spiegel» sollen die durchschnittlichen Renten ostdeutscher Männer von 967 Euro bei den Älteren auf 820 Euro bei den Jüngeren sinken. Bei den Frauen gingen die Anwartschaften im selben Zeitraum von 785 auf 690 Euro zurück. Noch stärker seien mit minus 23 Prozent die Einbußen bei alleinstehenden Frauen in den neuen Ländern. Allerdings werden in den vom «Spiegel» genannten Zahlen Renten für 65-Jährige verglichen. Die künftigen Rentner der Jahrgänge 1957 und jünger müssen jedoch als Folge der jüngsten Rentenreform bis 67 Jahre arbeiten und bekämen dann höhere Renten. Die nach 1957 Geborenen können frühestens im Jahr 2024 die volle Altersrente beziehen. Gehen sie früher in Rente, werden Abschläge fällig. Zugleich sagt die Studie voraus, dass die Renteneinbußen in Ostdeutschland durch steigende Alterseinkünfte aus anderen Quellen teilweise ausgeglichen werden. Ein noch positiveres Bild könne sich zudem dann ergeben, wenn sich der Arbeitsmarkt günstiger entwickele als im sogenannten Basisszenario der Studie angegeben. Für westdeutsche Rentner sei die Entwicklung günstiger. Bei Männern blieben die durchschnittlichen Anwartschaften von rund 1077 Euro gleich. Bei den Frauen erhöhen sich die Anwartschaften im Betrachtungszeitraum von 579 auf 623 Euro. Dies lässt sich vermutlich auf die zunehmende Erwerbstätigkeit westdeutscher Frauen seit den 60er Jahren zurückführen. Der Ost-Koordinator der Linksfraktion im Bundestag, Roland Claus, forderte die Bundesregierung auf, einen Stufenplan zur Angleichung der in Ost und West unterschiedlichen Rentenwerte vorzulegen. Im Osten beträgt der Rentenwert pro Beitragsjahr 23,09 Euro für die Monatsrente, im Westen 26,27 Euro. Die Differenz ergibt sich aus den unterschiedlichen Löhnen. Der Angleichungsprozess sei seit 2003 zum Stillstand gekommen, kritisierte Claus. Wie Claus warnte auch Thüringens SPD-Chef Christoph Matschie vor einer starken Zunahme der Altersarmut im Osten und forderte eine rasche Angleichung der Ost-Renten an das Westniveau. «Immer mehr Ruheständler im Osten werden in Zukunft Renten haben, die unterhalb der Grundsicherung liegen», sagte er der «Leipziger Volkszeitung». Der Rentenwert Ost müsse rascher als bisher geplant an den Rentenwert West angeglichen werden, forderte Matschie. «Das kann zunächst nur über höhere Steuerzuschläge erfolgen.»
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