Medien: Yahoo! verlegt Europa-Sitz von London in die Schweiz
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Der unter Druck stehende Internet-Konzern Yahoo! wird Medienberichten zufolge seinen offiziellen Europa-Sitz von London in den Schweizer Kanton Waadt am Genfer See verlegen. Yahoo! erhoffe sich dadurch Steuererleichterungen, berichteten britische und Schweizer Zeitungen. Es war zunächst unklar, wie stark Arbeitsplätze von London in das Städtchen Rolle mit knapp 5000 Einwohnern verlagert werden sollen. Der «Financial Times» (Freitag) zufolge sollen bis Jahresende zunächst 50 der insgesamt rund 700 Londoner Mitarbeiter wechseln. Laut Schweizer Angaben sollen in Rolle mehrere hundert
Angestellte beschäftigt werden.
Yahoo! begründete die Verlagerung von Arbeitsplätzen als «Teil der internationalen Strategie, um Wettbewerbsfähigkeit und Finanzergebnisse zu verbessern». Der Umzug solle über 18 Monate gestreckt sein und es sei noch offen, wie viele Mitarbeiter umziehen müssten. Der Schweizer Tageszeitung «24 heures» zufolge profitiert der Konzern von Steuererleichterungen, die im vergangenen Jahr im Rahmen eines Wirtschaftsförderungsprogramms gewährt wurden. Der Direktor der Waadtländer Wirtschaftsförderung, Jean Frédéric Berthoud, sagte, von Rolle aus solle ein Teil des Europageschäfts abgewickelt werden. Nach Informationen des britischen «Telegraph» wurden 70 Yahoo!-Manager vor die Wahl gestellt, in die Schweiz zu gehen oder ihre Jobs zu riskieren. Laut «Financial Times» sind operative Verwaltung und Produktmanagement betroffen. Yahoo! steht derzeit schwer unter Druck: Das Internet-Pionier enttäuschte in den vergangenen Quartal immer wieder mit seinen Geschäftszahlen und kämpft gegen einen feindlichen Übernahmeversuch des Windows-Riesen Microsoft. In Europa war Yahoo! zudem bisher deutlich weniger erfolgreich als in den USA. Bei der Internet-Suche kämpft Yahoo! gegen die Vormachtstellung von Google. Der Konkurrent ist in der Schweiz ebenfalls präsent: Vergangene Woche eröffnete das Unternehmen in Zürich sein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum. In dem Gebäude auf dem Areal der ehemaligen Hürlimann-Brauerei arbeiten mehr als 350 Mitarbeiter. Es ist die größte Forschungsstätte des US-Konzerns außerhalb der USA.
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