Mannheim bringt Kulturen zum klingen
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Pressemeldung von:
Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim
Als Meilenstein der Musikgeschichte und als Schlüsselereignis für die Fortentwicklung des berühmtesten Quartetts der Welt wird heute eine Reise gedeutet, die vier englische Musiker vor mehr als vierzig Jahren unternahmen: Als 1966 George Harrison, Ringo Starr, John Lennon und Paul McCartney einige Wochen in Indien verbrachten und dort den mystisch-schnarrenden Klang der Sitar erlebten, sollte dieser Kulturkontakt nicht nur den Stil der Beatles prägen, sondern insgesamt die Spielarten der Rock- und Popmusik dauerhaft beeinflussen.
Das Jahrhunderte alte indische Instrument kam
fortan bei den größten Hits der Band zum Einsatz und wurde von anderen Gruppen, wie den Rolling Stones, adaptiert. Doch der kulturelle Austausch verlief nicht einseitig, sondern hatte auch Rückwirkungen auf die Musikkultur in Indien: Im Zuge der Zusammenarbeit mit George Harrison avancierte der indische Sitar-Virtuose Ravi Shankar zum Star, der unter anderem 1969 beim Woodstock-Konzert auftrat.
Viele ähnliche Beispiele, wie der Griff nach dem Geigenbogen, mit dem der Gitarrist Jimmy Page seiner Band Led Zeppelin in den siebziger Jahren neue Klangerlebnisse auf der E-Gitarre bereitete, könnten angeführt werden, um ein besonderes Phänomen der Musik zu beschreiben: Mit keiner anderen menschlichen Ausdrucksform gelingt es einfacher, kulturelle Gegensätze zu überwinden und aus ihnen etwas Neues entstehen zu lassen. Musik als Bindeglied der verschiedenen Kulturen ist das Thema einer großen Ausstellung, die die Reiss-Engelhorn-Museen 2009 in Mannheim zeigen werden. Wie vielfältig - weltweit und zu allen Zeiten - Menschen ihre Fähigkeit gebrauchen, aus Schall klangliche Kunstwerke zu erschaffen, wo die Wurzeln musikalischer Entwicklungen liegen und welche Funktionen Musik in den verschiedenen Kulturen übernimmt, wird die bisher größte Gesamtschau zu diesem Menschheitsthema unter dem Titel "Klang der Kulturen" zeigen. In einzelnen Schritten sollen Aspekte, wie die Symbolkraft der Klänge, Musik als Mittel der Kommunikation und Sprache, die rituelle Bedeutung von Musik, das Ästhetische in der Musik, die Geschichte der Saiteninstrumente, die Indienstnahme der Musik für den Krieg oder die Ekstase in Musik und Tanz vorgestellt werden. Exponate aus fünf Kontinenten und aus drei Jahrtausenden, von der tibetischen Knochentrompete bis hin zur E-Gitarre, werden die musikalische Bandbreite global veranschaulichen. So wie die Musik selbst, wird auch die Musik-Ausstellung die Sinne ansprechen. Die Besucher werden nicht nur die kostbaren, oft Jahrhunderte alten Originalinstrumente sehen, sie erleben die Wirkung von Melodie, Rhythmus, Harmonie und Dynamik – und werden buchstäblich vom "Klang der Kulturen" erfasst.
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