London zeigt Sommer-Mode zwischen Öko und Exzentrik - London (dpa) - Die Designerin Stella McCartney hatte vor der Londoner Modewoche, die an diesem Samstag beginnt, einiges zu tun. Der Sportartikelhersteller Adidas, für den sie eine eigene Kollektion entworfen hat, war in die Kritik geraten: Tierschützer hatten dem Konzern vorgeworfen, Schuhe aus Känguruhaut herzustellen. McCartney, mit deren Kollektion die Modewoche enden wird, distanzierte sich sogleich von den Vorwürfen. Eilig ließ die bekennende Vegetarierin und Tierschützerin in einer Erklärung verlesen, dass sie für ihre eigene Mode weder echtes Leder noch echte Pelze verwende: Ihre Kollektion sei «zu 100 Prozent frei von Grausamkeit».Zwar gilt die London Fashion Week, die traditionell im Britischen Museum für Naturgeschichte eröffnet wird, als die exzentrischste unter den internationalen Schauen.
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London zeigt Sommer-Mode zwischen Öko und Exzentrik

2007/09/13 13:55

Pressemeldung von:
ANCOSO Development GmbH
London (dpa) - Die Designerin Stella McCartney hatte vor der Londoner Modewoche, die an diesem Samstag beginnt, einiges zu tun. Der Sportartikelhersteller Adidas, für den sie eine eigene Kollektion entworfen hat, war in die Kritik geraten: Tierschützer hatten dem Konzern vorgeworfen, Schuhe aus Känguruhaut herzustellen. McCartney, mit deren Kollektion die Modewoche enden wird, distanzierte sich sogleich von den Vorwürfen. Eilig ließ die bekennende Vegetarierin und Tierschützerin in einer Erklärung verlesen, dass sie für ihre eigene Mode weder echtes Leder noch echte Pelze verwende:
London zeigt Sommer-Mode zwischen Öko und Exzentrik
Modedesignerin Stella McCartney hatte vor der Londoner Modewoche einiges zu tun.
Ihre Kollektion sei «zu 100 Prozent frei von Grausamkeit».Zwar gilt die London Fashion Week, die traditionell im Britischen Museum für Naturgeschichte eröffnet wird, als die exzentrischste unter den internationalen Schauen. Dennoch bemüht man sich inzwischen um ethisch und ökologisch korrekte Mode. Seit 2006 hat hier das Label «Esthetica» seinen Platz, mit dem Designer Mode aus natürlichen Materialien präsentieren, die unter fairen und sicheren Bedingungen hergestellt wurde.

Trotz aller Bemühungen haben es die großen Designer und Modehäuser schwer, ihr Eintreten gegen Kinderarbeit, echte Pelze und für faire Löhne nach außen glaubhaft zu machen. Einer Umfrage des TNS Worldpanel Fashion zufolge glauben 45 Prozent der 7000 befragten Kunden solchen Aussagen über die ethischen Ziele einer Firma nicht. Doch selbst den Models, die bis zum 20. September die Mode des nächsten Sommers präsentieren, soll es diesmal besser gehen: Um zu vermeiden, dass zu magere Frauen über den Laufsteg gehen, sollen sich nach Meinung der Organisatoren, dem British Fashion Council, alle Designer verpflichten, keine Models unter 16 Jahren zu engagieren. Zudem seien Drogentests geplant und medizinische Untersuchungen empfohlen. Grundsätzlich wolle man aber niemanden mit einem zu geringen BMI (Body-Mass-Index) ausschließen, hieß es: Organisierte Kontrollen mit der Waage seien diskriminierend.

Die Bemühungen um Nachhaltigkeit und Fairness im Modebusiness kommen nicht von ungefähr: Der Tod von drei untergewichtigen Models 2006 entfachte die Diskussion um so genannte Mager-Models, und auch die schlechten Bedingungen, unter denen Arbeiter in Übersee Kleidung zusammennähten, sind in Großbritannien erst jüngst bemängelt worden. Die schillernde Chefredakteurin der US-Ausgabe der «Vogue», Anna Wintour, ist die Kritik der Tierschützer schon gewohnt. Da sowohl sie selbst als auch die Models der «Vogue» Pelze tragen, wurde sie 2005 bei der Chanel-Schau in Paris mit einer Torte beworfen. Neben Top-Models wie Kate Moss und Naomi Campbell wird auch sie in London erwartet. Zwar zeigen etablierte Designer wie Paul Costelloe, Caroline Charles und Ben De Lisi ihre Entwürfe bereits am Samstag. Offiziell eröffnet wird die Modewoche jedoch am Sonntag mit der Installation «Moët Mirage». Nach der Idee des Londoner Architekten und Künstlers Usman Haque sollen dann tausend leuchtende Ballons über dem Holland Park im Westen Londons aufsteigen - und die 350 geladenen Gäste können im Gegensatz zu den Models ordentlich schlemmen.



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