Libyen dreht der Schweiz den Ölhahn zu - Libyen hat im Streit um die Festnahme eines Gaddafi-Sohnes einen Ölboykott gegen die Schweiz verhängt. Zwar wurde Bern darüber offiziell nicht unterrichtet, weshalb die Regierung Berichte aus Tripolis am Donnerstag auch offiziell nicht bestätigte. Doch drückte das dem Wirtschaftsministerium zugeordnete Staatssekretariat für Wirtschaft bereits seine Sorge über die Eskalation des Streits aus. Die Schweiz bezieht etwa die Hälfte ihrer Ölimporte aus dem nordafrikanischen Land. Das Schweizer Außenministerium in Bern erklärte außerdem, dass zwei festgehaltene Schweizer Geschäftsleute in Libyen offiziell angeklagt und in ein Untersuchungsgefängnis gebracht worden seien.
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Libyen dreht der Schweiz den Ölhahn zu

2008/07/25 06:43

Pressemeldung von:
ANCOSO Development GmbH
Libyen hat im Streit um die Festnahme eines Gaddafi-Sohnes einen Ölboykott gegen die Schweiz verhängt. Zwar wurde Bern darüber offiziell nicht unterrichtet, weshalb die Regierung Berichte aus Tripolis am Donnerstag auch offiziell nicht bestätigte. Doch drückte das dem Wirtschaftsministerium zugeordnete Staatssekretariat für Wirtschaft bereits seine Sorge über die Eskalation des Streits aus. Die Schweiz bezieht etwa die Hälfte ihrer Ölimporte aus dem nordafrikanischen Land. Das Schweizer Außenministerium in Bern erklärte außerdem, dass zwei festgehaltene Schweizer Geschäftsleute in
Libyen dreht der Schweiz den Ölhahn zu
Motassim Bilal Gaddafi, genannt Hannibal, ist der Auslöser des Streits zwischen Libyen und der Schweiz (Archivbild vom 16.2.2005)
Libyen offiziell angeklagt und in ein Untersuchungsgefängnis gebracht worden seien.

Der Lieferboykott geht offenbar von der libyschen staatlichen Schifffahrtsgesellschaft aus, die nach eigenen Angaben als einziges Unternehmen die Schweiz aus Libyen mit Öl versorgt. Mitarbeiter der Gesellschaft hatten vor der Schweizer Botschaft in Tripolis demonstriert und eine Entschuldigung von der Schweiz verlangt, wie Fernsehbilder zeigten. Nach einem Bericht des Fernsehsenders al-Arabija gibt es auch eine gemeinsame Erklärung der Hafenbehörden und des Transportunternehmens, nach der Schiffe unter Schweizer Flagge den Hafen nicht anlaufen dürfen. Der Sender berichtete außerdem, dass Libyen seine Depots bei Schweizer Banken auflösen könnte, wenn es zu keiner offiziellen Entschuldigung komme. Der jüngste Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi, Hannibal, war zusammen mit seiner hochschwangeren Frau Aline am Dienstag voriger Woche in Genf festgenommen und zwei Tage festgehalten worden. Ihnen wurde vorgeworfen, zwei Hausangestellte aus Tunesien und Marokko körperlich misshandelt zu haben. Das Paar hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Der Sprecher des Schweizer Außenministeriums, Jean-Philippe Jeannerat, sagte in Bern außerdem, die Lage der zwei Schweizer Gefangenen in Libyen habe sich verschärft. Sie müssten sich eine kleine Zelle mit 20 anderen Gefangenen teilen. Die beiden Männer würden behandelt, wie in Libyen illegale Immigranten behandelt würden. Die provisorische Untersuchungshaft könne 20 Tage dauern. Die beiden Schweizer waren am vergangenen Samstag verhaftet worden. Einer ist nach Firmenangaben Mitarbeiter des Technologiekonzerns ABB. Das ABB-Büro in Tripolis sei vorübergehend geschlossen worden.



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