«Land unter» in Nürnberg - Katerstimmung bei 1860
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Nürnberg (dpa) - Krisensitzung beim Top-Favoriten, Katerstimmung beim Schlusslicht: Nach nur zwei Spieltagen in der 2. Fußball-Bundesliga schrillen bei den bayerischen Traditionsclubs 1. FC Nürnberg und TSV 1860 München bereits die Alarmglocken.
Beim Bundesliga-Absteiger aus Franken droht dem bei den Fans ungeliebten Trainer Thomas von Heesen schon die Entlassung, doch aufgeben wollte der «Club»-Coach vor der wichtigen Heimpartie gegen den Mitfavoriten Alemannia Aachen nicht: «Ich laufe nicht weg», sagte von Heesen nach Angaben der «Bild»-Zeitung. Allerdings sei die
Trennung «spätestens» am Abend des 28. August nach Angaben der Online-Ausgabe der «Nürnberger Nachrichten» bereits beschlossene Sache.
«Wir können es uns nicht erlauben, auf Dauer mit diesen Spielern weiterzuarbeiten», hatte von Heesen nach dem 1:2 beim 1. FC Kaiserslautern gewettert. Die Antwort kam postwendend: «Das kommt überhaupt nicht in Frage. Wir haben einen teuren Kader und genug Spieler, das muss einfach reichen», erklärte Vereinschef Michael A. Roth. Einigkeit auf dem schweren Weg zurück in die Bundesliga klingt anders. Auch bei den Fans, die noch immer Vorgänger Hans Meyer hinterher trauern, steht von Heesen alles andere als hoch im Kurs. «Dass er kaum Kredit bei den Anhängern hat, ist kein Geheimnis», gestand vor kurzem selbst Manager Martin Bader. Immerhin haben die Franken drei Punkte auf ihrem Konto, ganz ohne Zählbares stehen dagegen die Münchner «Löwen» am Ende der Tabelle. «Marco ist ein sehr guter, ein authentischer Trainer, der hohe Akzeptanz in der Mannschaft genießt», stärkte Sportdirektor Stefan Reuter nach dem missratenen Saisonstart Coach Marco Kurz demonstrativ den Rücken. Doch Gegenwind kommt beim Traditionsclub vor dem Auswärtsspiel bei Aufsteiger Rot Weiss Ahlen wieder einmal von Vertretern besserer Zeiten: «Das größte Problem ist die sportliche Planung und der Trainer», sagte Torwart-Legende Petar Radenkovic. «1860 darf nicht zu einem x-beliebigen Zweitligaverein verkommen.» «Wir müssen uns Gedanken machen», räumte Kapitän Ivica Grlic nach dem mageren 1:1 seines MSV Duisburg in Wehen ein. Trainer Rudi Bommer bleibt aber trotz nur zwei Zählern aus zwei Spielen vor der Partie am Freitag gegen den FC Augsburg gelassen: «Wir sind nur zwei Punkte hinter den Ersten.» Tabellenführer FSV Mainz 05 erwartet den VfL Osnabrück, Mit-Spitzenreiter Lautern muss zum Aufsteiger FC Ingolstadt. Am Montag treffen der SC Freiburg und Hansa Rostock im Duell der weiteren Aufstiegsanwärter aufeinander.
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