IKB-Aktionäre rechnen mit Management ab - Düsseldorf (dpa) - Mit scharfer Kritik und Empörung haben zahlreiche Aktionäre auf der Hauptversammlung der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB mit Vorstand und Aufsichtsrat abgerechnet. Vor allem der Aufsichtsrat unter Vorsitz von Ulrich Hartmann geriet bei dem zeitweise turbulenten Aktionärstreffen am Donnerstag in Düsseldorf immer wieder in die Schusslinie. Die ursprünglich geplante Entlastung von Vorstand und dem obersten Kontrollgremium soll auf Antrag der staatseigenen KfW-Bankengruppe, die mit 43 Prozent an der IKB beteiligt ist, bis zur Vorlage eines Gutachtens über eine aktienrechtliche Sonderprüfung vertagt werden. Zu Beginn des Aktionärstreffens hatte Hartmann in einer ungewöhnlich langen Rede zum Vorwurf einer unzureichenden Kontrolle durch denn Aufsichtsrat Stellung genommen. In den vergangenen Wochen war dem Gremium immer wieder vorgeworfen worden, es sei seinen Aufgaben nicht nachgekommen.
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IKB-Aktionäre rechnen mit Management ab

2008/03/27 17:40

Pressemeldung von:
ANCOSO Development GmbH
Düsseldorf (dpa) - Mit scharfer Kritik und Empörung haben zahlreiche Aktionäre auf der Hauptversammlung der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB mit Vorstand und Aufsichtsrat abgerechnet.

Vor allem der Aufsichtsrat unter Vorsitz von Ulrich Hartmann geriet bei dem zeitweise turbulenten Aktionärstreffen am Donnerstag in Düsseldorf immer wieder in die Schusslinie. Die ursprünglich geplante Entlastung von Vorstand und dem obersten Kontrollgremium soll auf Antrag der staatseigenen KfW-Bankengruppe, die mit 43 Prozent an der IKB beteiligt ist, bis zur Vorlage eines Gutachtens über
IKB-Aktionäre rechnen mit Management ab
Die IKB war Mitte 2007 als erste deutsche Bank voll in den Strudel der Krise auf dem US-Hypothekenmarktes geraten.
eine aktienrechtliche Sonderprüfung vertagt werden.

Zu Beginn des Aktionärstreffens hatte Hartmann in einer ungewöhnlich langen Rede zum Vorwurf einer unzureichenden Kontrolle durch denn Aufsichtsrat Stellung genommen. In den vergangenen Wochen war dem Gremium immer wieder vorgeworfen worden, es sei seinen Aufgaben nicht nachgekommen. Die IKB war Mitte 2007 als erste deutsche Bank voll in den Strudel der Krise auf dem US-Hypothekenmarktes geraten und konnte nur durch mehrere milliardenschwere Rettungspakete vor einem Zusammenbruch bewahrt werden. Bislang wurde die Bank mit mehr als 8 Milliarden Euro unterstützt.

Viele Aktionärsvertreter wiesen darauf hin, dass der Aufsichtsrat die Fehlentwicklungen bei der Bank früher hätte erkennen müssen. Schon vor vier Jahren sei bekannt gewesen, dass die IKB mit riskanten Wertpapiergeschäften «hart am Wind segelte», sagte Richard Schmitz von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Eine stabile Aktie, ein Witwen- und Waisenpapier sei in «Kürze zersägt» und zu einem «Zockerpapier» geworden, meinte ein anderer Aktionär.

Die Krise der Bank sei für den Aufsichtsrat ohne vorher erkennbare Hinweise gekommen, hielt Hartmann den Anschuldigungen entgegen und schob die Verantwortung für den Absturz der Bank an den ehemaligen Vorstand weiter. Dieser habe den Aufsichtsrat über Risiken des Verbriefungsgeschäftes nicht rechtzeitig informiert. Mitte Juli 2007 hatte der damalige Vorstand behauptet, Probleme mit faulen US- Immobilienkrediten hätten praktisch keine Bedeutung. Nur eine Woche später stand die Bank vor dem Aus.

Angesichts der Höhe des Investitionsvolumens und der Bedeutung der Risiken hätten die Gesamtrisiken aus den Portfolien vermehrt und fortlaufend analysiert werden müssen, betonte Hartmann. Fast alle Vorstände der Bank, darunter auch der Vorsitzende Stefan Ortseifen, mussten ihren Hut nehmen.

«Das Risikomanagement der IKB hat nicht funktioniert», betonte Hartmann und ergänzte: «Wir sind unseren Pflichten nachgekommen». Die Versäumnisse des alten Vorstands, die auch Gegenstand von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind, seien weiter aufzuklären. IKB-Vorstandschef Günther Bräunig führte die Krise bei der Bank unter anderem darauf zurück, dass die IKB bereits 2001 zur Verbesserung ihrer Ertrags-Risikostruktur in zunehmendem Maße in sogenannte strukturierte Wertpapiere investierte und dabei die Risiken unterschätzte.

Nach dem Ausbruch der Krise habe der neue Vorstand mit Risiken aus 15 Milliarden Euro Portfolioinvestments umgehen müssen, betonte Bräunig. Dies sei eine große Sanierungsarbeit gewesen. Mit einer Kapitalerhöhung will der Vorstandschef jetzt die Substanz der Bank wieder stärken. «Das zentrale Ziel ist die Wiederherstellung der Kapitalmarktfähigkeit», sagte der IKB-Chef. Dazu sei mindestens eine Eigenkapitalausstattung wie vor der Krise notwendig. Die KfW hatte der Bankenaufsicht BaFin bereits zugesagt, aus der Kapitalerhöhung so viele neue Aktien zu zeichnen, dass der IKB mindestens 1,25 Milliarden Euro zufließen werden.



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