Hungerrevolten wegen explodierender Getreidepreise - Die explodierenden Getreidepreise treffen nach einer Einschätzung der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) die ärmsten Länder immer härter. In 37 Ländern weltweit gebe es inzwischen eine Nahrungsmittelkrise, und in zehn Staaten vor allem in Afrika und Asien habe es im vergangenen Monat Unruhen wegen der rasant gestiegenen Preise gegeben, hielt die FAO in einer am Freitag in Rom veröffentlichten Bilanz fest. In Pakistan und Thailand werde Militär eingesetzt, um zu verhindern, dass Lager geplündert und Getreide von Feldern gestohlen werde. Die UN-Organisation rief alle Geber und internationale Finanzinstitutionen auf, ihre Hilfe für besonders hart betroffene Länder zu erhöhen. Diese brauchten zusätzlich etwa 1,2 bis 1,7 Milliarden US-Dollar (750 Millionen bis 1,1 Milliarden Euro).
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Hungerrevolten wegen explodierender Getreidepreise

2008/04/11 15:09

Pressemeldung von:
ANCOSO Development GmbH
Die explodierenden Getreidepreise treffen nach einer Einschätzung der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) die ärmsten Länder immer härter. In 37 Ländern weltweit gebe es inzwischen eine Nahrungsmittelkrise, und in zehn Staaten vor allem in Afrika und Asien habe es im vergangenen Monat Unruhen wegen der rasant gestiegenen Preise gegeben, hielt die FAO in einer am Freitag in Rom veröffentlichten Bilanz fest. In Pakistan und Thailand werde Militär eingesetzt, um zu verhindern, dass Lager geplündert und Getreide von Feldern gestohlen werde. Die UN-Organisation rief
Hungerrevolten wegen explodierender Getreidepreise
Weizen-Ähren: Wegen der drastisch gestiegenen Getreidepreise kommt es in armen Ländern zu Hungerrevolten.
alle Geber und internationale Finanzinstitutionen auf, ihre Hilfe für besonders hart betroffene Länder zu erhöhen. Diese brauchten zusätzlich etwa 1,2 bis 1,7 Milliarden US-Dollar (750 Millionen bis 1,1 Milliarden Euro).

Die ärmsten Länder der Welt müssen 2007/2008 rund 56 Prozent mehr für Getreideimporte bezahlen, in manchen afrikanischen Ländern seien es sogar 74 Prozent mehr, schätzt die FAO. Der dramatische Anstieg folge auf die bereits erhebliche Erhöhung um etwa 37 Prozent 2006/2007. Nicht nur die reinen Getreidepreise seien massiv gestiegen, auch höhere Frachtkosten sowie der Ölpreis wirkten sich aus. Nach einer FAO-Schätzung werden die weltweiten Lagerbestände an Getreide in diesem Jahr auf ein 25-Jahres-Tief von nur 405 Millionen Tonnen sinken. «Ungünstiges Wetter» in den Exportländern könnte die angespannte Lage noch verlängern und die Preise weiter hochtreiben.

«Steigende Nahrungsmittelpreise treffen die Armen am härtesten, denn was sie als Anteil ihrer Gesamtausgaben dafür bezahlen, ist viel mehr als bei einer reicheren Bevölkerung», erläuterte Henri Josserand, der für ein FAO-Frühwarnsystem für Notsituationen arbeitet. Die UN-Organisation hat eine Initiative gestartet, um Bauern in armen Ländern zu helfen, ihre Erträge zu steigern, und Regierungen der auf Getreideimporte angewiesenen Länder besser für die Krise zu wappnen.

Sollte das im laufenden Jahr erwartete Wachstum in der weltweiten Getreideproduktion eintreten, dann könnte sich die Versorgungslage in der Erntesaison 2008/2009 nach Einschätzung der FAO entspannen. «Günstige klimatische Bedingungen werden wichtiger denn je sein für die neue Getreidesaison, weil die Weltreserven erschöpft sind», hält die FAO fest.



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