Grünenthal zahlt an Contergan-Opfer
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Pressemeldung von:
ANCOSO Development GmbH
Contergan-Opfer haben eine weitere Zahlung des Pharmaherstellers Grünenthal rund 50 Jahre nach dem Medizinskandal als «wichtigen Schritt in die richtige Richtung» begrüßt. «Für mich ist das ein absolut historisches Ereignis», sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Contergangeschädigten, Margit Hudelmaier, am Donnerstag. Trotzdem seien die gesamten Forderungen für mehr Lebensqualität noch nicht erfüllt. Grünenthal will zusätzliche 50 Millionen Euro in die Conterganstiftung für behinderte Menschen einzahlen, bestätigte das Aachener Unternehmen einem Bericht der
«Frankfurter Allgemeinen Zeitung».
Die «moralische Verantwortung» habe das Unternehmen zu der Zahlung bewogen, sagte Sprecherin Annette Fusenig. Grünenthal wolle die Lebenssituation der Betroffenen dauerhaft verbessern. Daneben werde sich das Unternehmen auch für eine spezielle medizinische Versorgung der Betroffenen einsetzen. «Ich freue mich sehr, dass das jahrzehntelange, für beide Seiten belastende Schweigen ein Ende hat», erklärte Grünenthal-Chef Sebastian Wirtz in einer Pressemitteilung. Sein Großvater hatte das Familienunternehmen während des Medizinskandals gleitet. Grünenthal hatte das Medikament Contergan 1957 auf den Markt gebracht, dessen Wirkstoff Thalidomid bei rund 5000 Kindern in Deutschland beträchtliche Fehlbildungen an den Gliedmaßen auslöste. Ein Strafprozess war 1970 wegen geringer Schuld eingestellt worden. Laut Opfer-Verband leben heute noch rund 2800 Betroffene. Die Zahlung bedeute eine weitere finanzielle Besserstellung der Contergan-Opfer, erklärten die Bundestagsfraktionen von SPD und CDU/CSU. Mit Hilfe des Geldes sollen die Betroffenen einmal im Jahr ein zusätzliches persönliches Budget erhalten, mit dem die durch Spätfolgen verursachten Beeinträchtigungen finanziell gemildert würden. Die Bundesregierung hatte zuvor die Verdoppelung der Entschädigungsrenten zum 1. Juli 2008 auf den Weg gebracht Grünenthal hatte nach der Katastrophe rund 50 Millionen Euro in die Conterganstiftung eingezahlt, ebenso der Bund. Der Vermögensteil für die Rentenzahlungen ist seit 1997 aufgebraucht. Die Renten werden seitdem aus Mitteln des Bundeshaushalts bereitgestellt. Die Vorsitzende des Bundesverbands der Contergangeschädigten Hudelmaier sagte: «Unser Ziel haben wir noch nicht erreicht.» Die Betroffenen forderten weiterhin eine Einmalzahlung von je 100 000 Euro, eine Verdreifachung der Entschädigungsrente und eine Regelung der Rente. Viele müssten wegen ihrer Behinderung früher in Rente gehen und hätten dadurch finanzielle Einbußen. Der von der ARD im November 2007 ausgestrahlte Film «Eine Einzige Tablette» um den Contergan-Skandal hatte eine Diskussion über die Lebenssituation der Betroffenen ausgelöst. Einen Monat später hatte es ein erstes Treffen zwischen Firmenchef Sebastian Wirtz und den Betroffenen gegeben. Im Februar 2008 beschloss die Bundesregierung die Verdoppelung der Entschädigungsrenten.
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