Große Borussen-Sause nach Wiederaufstieg
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Mönchengladbach (dpa) - Tausende Fans feierten bis in die frühen Morgenstunden, die «Aufstiegs-Helden» ließen in der VIP-Lounge die Sektkorken knallen und Gladbachs Trainer Jos Luhukay sang mit den Borussen-Anhängern.
Nach dem dritten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga wollte die Party bei Borussia Mönchengladbach kein Ende nehmen. «Es ist ein sehr emotionaler Moment. Den muss man einfach genießen, denn das geht schneller vorbei als man denkt», sagte Borussias Sportdirektor Christian Ziege nach dem 3:0 (1:0)-Sieg gegen den SV Wehen Wiesbaden. Die schnelle Rückkehr ins
Oberhaus bejubelten die Profis ausgelassen. «Das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Wie ein Traum», meinte Youngster Marko Marin, der mit den schweren Ein-Liter-Bierkrügen ebenso wenig Probleme hatte wie zuvor mit seinen Gegenspielern.
Auf ihren T-Shirts trugen die Spieler das Motto des Abends: «Aufstieg 07/08 - Wieder zu Hause». Mittelfeldspieler Sascha Rösler, der sich noch auf dem Spielfeld die Haare abrasieren ließ, war überwältigt von den Emotionen. «Es war so ein geiles Jahr und ich bin stolz, dass ich dabei sein durfte. Das war mein schönster von drei Aufstiegen», sagte der Borussen-Profi. Allerdings könnte das neue Outfit private Konsequenzen für Rösler nach sich ziehen. «Meine Freundin trennt sich jetzt erst mal vier Wochen von mir und wenn die Haare wieder wachsen, kommt sie zurück». Erfolgscoach Luhukay, sonst ein Mann der leisen Töne, konnte den Aufforderungen der Fans nicht widerstehen und stimmte vor der Nordtribüne die obligatorische «Humba» an. «Das ist ja normalerweise nicht meine Art, aber man steigt nur einmal auf. Und das ist auch ein Dankeschön an die Fans», sagte der Niederländer. Ganz Chefcoach erinnerte Luhukay auch gleich an die nächste Aufgabe. «Jetzt können wir am Sonntag gegen Freiburg mit dem Meistertitel dem Ganzen noch das Sahnehäubchen aufsetzen.» In der Innenstadt am Alten Markt steigt am 11. Mai die große Aufstiegsparty mit Livemusik und viel Bier, erwartet werden bis zu 100 000 Fans. Derweil laufen bei den Verantwortlichen die Vorbereitungen auf die nächste Bundesliga-Saison auf Hochtouren. «Der Aufstieg steht für den Beginn in die Zukunft unseres Clubs. Jetzt kommt es darauf an, die richtigen Ergänzungen zu holen», sagte Präsident Rolf Königs. Sportdirektor Christian Ziege und Trainer Luhukay basteln mit Hochdruck an einem Team, das in der Bundesliga mithalten kann. «Vier bis fünf neue Spieler sollen kommen, die zu uns passen. Mehr müssen wir nicht verändern, dazu hat diese Mannschaft zu viel Qualität», befand Ziege. Zu große Erwartungen dürfe man allerdings nicht haben. «Es ist klar, dass man als Aufsteiger erst mal gegen den Abstieg spielt. Das müssen wir erst mal überstehen und uns in der Bundesliga behaupten», sagte Ziege. Die finanziellen Voraussetzungen dafür sind geschaffen. Der Club, der schon in der 2. Liga einen Besucherdurchschnitt von 40 000 vorweisen kann, darf sich der Unterstützung seiner Fans sicher sein. Für die Erstliga-Mannschaft wird sich der Personaletat um etwa 10 Millionen Euro erhöhen, so dass das Team etwa 27 Millionen Euro kosten darf. Auch die Stadt Mönchengladbach profitiert von dem Aufstieg. «Das ist ein Image und Wirtschaftsfaktor, um den uns viele Städte beneiden», sagte Oberbürgermeister Norbert Bude. Nach Informationen der «Rheinischen Post» verdient die Region knapp 20 Millionen Euro, wenn Borussia in der Bundesliga spielt. Etwa 270 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt am Verein. «Nicht nur Mannschaft und Vereinsführung können stolz auf das Erreichte sein», sagte der OB.
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