Google holt sich im kühlen Konjunkturklima keine Grippe - Google-Chef Eric Schmidt dürfte die Lektüre der Tageszeitungen und Online-Newsdienste in den vergangenen Wochen wenig Freude bereitet haben. «Online-Werbemarkt in der Krise», «Google laufen Spitzenkräfte davon», «Das Ende des Märchens» lauteten die Schlagzeilen. Korrespondenten aus dem Silicon Valley berichteten sogar in großen Reportagen, welche verheerenden Folgen der Wechsel des Google-Chefkochs Josef Desimone zum Konkurrenten Facebook auf die Stimmung im «Googleplex» im kalifornischen Mountain View haben werde. Am Donnerstagabend (Ortszeit) konnte Schmidt die Welle der Krisenmeldungen auf einem Schlag stoppen. Google überraschte die Beobachter mit einem Gewinnsprung von rund 30 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar im ersten Quartal 2008.
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Google holt sich im kühlen Konjunkturklima keine Grippe

2008/04/18 15:00

Pressemeldung von:
ANCOSO Development GmbH
Google-Chef Eric Schmidt dürfte die Lektüre der Tageszeitungen und Online-Newsdienste in den vergangenen Wochen wenig Freude bereitet haben. «Online-Werbemarkt in der Krise», «Google laufen Spitzenkräfte davon», «Das Ende des Märchens» lauteten die Schlagzeilen. Korrespondenten aus dem Silicon Valley berichteten sogar in großen Reportagen, welche verheerenden Folgen der Wechsel des Google-Chefkochs Josef Desimone zum Konkurrenten Facebook auf die Stimmung im «Googleplex» im kalifornischen Mountain View haben werde.

Am Donnerstagabend (Ortszeit) konnte Schmidt die
Google holt sich im kühlen Konjunkturklima keine Grippe
Google-Chef Eric Schmidt beim Weltwirtschaftsforum in Davos (Archiv).
Welle der Krisenmeldungen auf einem Schlag stoppen. Google überraschte die Beobachter mit einem Gewinnsprung von rund 30 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar im ersten Quartal 2008. Damit war klar geworden, dass sich der Suchmaschinengigant im kühlen Konjunkturklima der USA keine Grippe eingefangen hat. Die Ergebniszahlen schlugen nach Börsenschluss auch auf den Kurs der Google-Aktie durch. Das Papier stieg um satte 17 Prozent auf über 525 Dollar. Vom Höchststand der Aktie, knapp 750 Dollar, im November 2007 ist Google aber auch nach diesem Kurssprung noch weit entfernt.

Die Analysten an der Wall Street hatten sich bei ihrer Einschätzung der Geschäftsperspektiven von Google vor allem von einem Papier des US-Marktforschungsunternehmens comScore beeindrucken lassen. Die Experten für Online-Werbung hatten berechnet, dass die Zugriffe auf Paid-per-Click-Werbung im ersten Quartal 2008 nur geringfügig gestiegen seien. comScore-Chef Magid Abraham verteidigte den Bericht mit dem Hinweis, manche Analysten hätten aus dem Papier Schlüsse gezogen, die nicht durch die Daten seines Unternehmens gedeckt seien.

Google selbst zufolge stiegen die Zugriffe auf die nach Klicks bezahlte Onlinewerbung um satte 20 Prozent. Die Differenz zu den comScore-Daten beruht auch auf der Tatsache, dass Google-Produkte wie «AdSense» nicht von dem Marktforschungsunternehmen erfasst werden, mit denen Google Werbungen auf Webseiten und Blogs platziert. «Wir sind ziemlich zufrieden mit unserem Paid-Click-Wachstum», sagte Google-Mitbegründer Sergey Brin. Google-CEO Schmidt sieht ebenfalls keine Anzeichen für eine Trendwende. «Ich glaube nicht, dass diese Zahlen künftig fallen werden.»

Gleichwohl ist die schwächere Konjunktur in den Vereinigten Staaten nicht ganz spurlos an dem Suchmaschinen-Marktführer vorüber gegangen. Das kann man an der Tatsache ablesen, dass die Umsätze aus dem Ausland erstmals knapp die Einnahmen aus dem US-Markt überholt haben. «(Der Anteil des) internationalen Geschäfts hat ein Großteil der Überraschung ausgemacht», sagte Rob Sanderson, ein Analyst des Marktforschungsunternehmens American Technology der «New York Times».

Der Geschäftserfolg von Google wird auf absehbare Zeit von der Online-Werbung abhängig bleiben. Hier kann der Suchmaschinengigant auf Synergieeffekte hoffen, die sich durch die 3,1 Milliarden Dollar teure Übernahme des Werbe-Spezialisten DoubleClick ergeben können. Bei den aktuell vorgelegten Zahlen hat ein DoubleClick-Effekt noch keine Rolle gespielt. Auch die erheblichen Investitionen in neue Produkte wie das Online-Office-Paket «Google Docs», die Google-Kontakt-Plattform «Orkut» oder den neuen Service «App Engine» werden nach Einschätzungen von Experten erst langfristig - wenn überhaupt - die Umsätze von Google nach oben treiben.



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