Getreideernte 2008 übertrifft Erwartungen
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Pressemeldung von:
Proplanta
In Deutschland ist die Gerstenernte weitgehend abgeschlossen; Weizen, Roggen, Triticale und Sommergerste werden derzeit noch gedroschen. Obwohl die Prognosen der Ernteergebnisse noch kurz vor Beginn der Getreideernte eher verhalten waren, schätzt der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) die Erträge nun auf 6,84 t/ha und damit knapp 11 Prozent über dem Durchschnitt. Die gesamte Erntemenge von rund 47,7 Mio. t Getreide wird voraussichtlich das Vorjahresergebnis um 7,3 Mio. t bzw. knapp 18 Prozent übertreffen. Diese Steigerung resultiert nicht nur auf höheren Hektarerträgen, sondern auch auf
einer Erweiterung der Anbauflächen. Hier ist insbesondere Winterweizen zu nennen, dessen Aussaatfläche nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2008 um 6,6 Prozent auf einen neuen Höchststand von über 3,1 Mio. Hektar gestiegen ist.
Durch das unbeständige Sommerwetter musste die Ernte in diesem Jahr mehrfach unterbrochen werden, so dass es zu Verzögerungen kam. Regional sind große Schwankungen in Erntemenge und Qualität zu verzeichnen. Von Einbußen bis zu einem Fünftel mancherorts sprach der Deutsche Bauernverband. Insbesondere auf den trockenen Standorten im Land wie in Franken sorgten Schmachtkörner und abgeknickte Ähren für Mindererträge und schlechtere Qualitäten. Auch in Brandenburg führe die lang anhaltende Vorsommertrockenheit in Verbindung mit hohen Temperaturen zu deutlichen Trockenschäden und damit zu Mindererträgen. Die Erzeugerpreise hatten in der letzten Zeit spürbar nachgegeben, so dass viele Landwirte die Ernte zunächst einlagern und auf eine Erholung hoffen. In dieser Woche lagen nach Angaben der ZMP die Preise für Futtergerste bei 160,81 Euro/t und damit rund 60 Euro/t niedriger als Ende Januar. Im europäischen Vergleich liegen die Hektarerträge in Deutschland über dem Durchschnitt. Die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) erwarten in Europa einen Ertrag von durchschnittlich 4,9 t/ha für die Getreideernte 2008, also rund 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die erwartete Rekordernte von insgesamt über 293 Mio. t in der EU in diesem Jahr (2007: 254 Mio. t) ist auch hier zum Teil auf die erweiterten Anbauflächen zurückzuführen. In diesem Jahr wird europaweit auf fast 60 Mio. ha Getreide angebaut, sechs Prozent mehr als 2007. Auch weltweit wird nach Angaben der UN-Ernährungs-Organisation (FAO) mit einer Rekordernte gerechnet. Trotz der erwarteten 2,18 Mrd. t Getreide dürfte sich die Versorgungssituation auf den Märkten jedoch nicht entspannen. Die steigende Nachfrage nach Getreide vor allem aus großen Schwellenländern wie China und Indien wird nach Einschätzung der FAO die Lebensmittelpreise weiter in die Höhe treiben, was in den Entwicklungsländern die Gefahr von Hungersnöten erheblich steigert.
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