Fast «ostfreie Zone» Bundesliga - Rostock (dpa) - Der ostdeutsche Fußball steckt in einem Teufelskreis: Kein Geld, keine Bundesliga, keine Attraktivität für Sponsoren. Einen Königsweg aus diesem Dilemma scheint es nicht zu geben, da in den verschiedenen Fußball-Hochburgen der ehemaligen DDR zudem viele weitere Probleme das Tor in die Bundesligen versperren. In der kommenden Saison spielt nur noch Energie Cottbus in der 1. Liga, Hansa Rostock kickt nach dem Abstieg in Liga zwei, aus der der FC Carl Zeiss Jena und der FC Erzgebirge Aue abgestiegen sind. Einzige Hoffnungsträger sind die Regionalligisten 1.
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Fast «ostfreie Zone» Bundesliga

2008/05/13 11:29

Pressemeldung von:
ANCOSO Development GmbH
Rostock (dpa) - Der ostdeutsche Fußball steckt in einem Teufelskreis: Kein Geld, keine Bundesliga, keine Attraktivität für Sponsoren.

Einen Königsweg aus diesem Dilemma scheint es nicht zu geben, da in den verschiedenen Fußball-Hochburgen der ehemaligen DDR zudem viele weitere Probleme das Tor in die Bundesligen versperren. In der kommenden Saison spielt nur noch Energie Cottbus in der 1. Liga, Hansa Rostock kickt nach dem Abstieg in Liga zwei, aus der der FC Carl Zeiss Jena und der FC Erzgebirge Aue abgestiegen sind. Einzige Hoffnungsträger sind die Regionalligisten 1. FC
Fast «ostfreie Zone» Bundesliga
Hans Meyer sieht den ostdeutschen Bundesliga-Fußball in Gefahr.
Union Berlin und Rot-Weiß Erfurt, die den Sprung in die 2. Bundesliga packen können.

«Es muss Geld in die Hand genommen werden. Zusätzliche Sponsoren müssen gefunden werden», forderte unlängst Rostocks Trainer Frank Pagelsdorf, um den direkten Wiederaufstieg in Angriff nehmen zu können. Ein frommer Wunsch. Die Realität sieht nicht nur in Rostock anders aus. «Ein Geldgeber will immer eine Gegenleistung. Da haben wir kaum noch etwas anzubieten, da wir alle Möglichkeiten im und um das Stadion ausgereizt haben», sagt Hansa-Boss Dirk Grabow.

Dass der Verein seit 1991 durchgängig Profi-Fußball spielt, grenzt an ein Wunder. Der wirtschaftliche Hintergrund der Hansestadt ist deutlich schlechter als beispielsweise in Leipzig. Hier wird aber nur im Amateur-Bereich gekickt. In der geteilten Fußball-Stadt steht zwar ein WM-Stadion mit einer Kapazität von 45 000 Zuschauern, doch allein die perfekte Infrastruktur reicht nicht. Die Rivalität und das Streiten um Geldgeber zwischen dem FC Sachsen Leipzig (4. Liga) und dem 1. FC Lok Leipzig (5. Liga) lässt Profi-Fußball nicht zu. Da halfen auch nicht die Millionen, die Kino-Unternehmer Michael Kölmel in den FC Sachsen Leipzig gepumpt hat.

«Der Ostfußball braucht Geld und gute Leute, die mit Geld gewissenhaft umgehen können», meinte Trainer-Urgestein Hans Meyer. Genau da schließt sich jedoch der Teufelskreis: Um gute Leute zu bezahlen, brauchen die Vereine Geld - und das fehlt.

Einen Ausweg schien der FC Erzgebirge Aue gefunden zu haben: Der kleine Verein aus dem Erzgebirge setzte fast ausschließlich auf regionale Sponsoren und die harte Hand von Präsident Uwe Leonhardt. Fünf Jahre spielte der Verein in der 2. Liga, finanzielle Luftschlösser wurden nicht gebaut.

Nach dem Abstieg warnte Leonhardt jedoch: «Wir müssen uns konsolidieren.» Von einem direktem Wiederaufstieg redet dort niemand. Aue sei zurück in der «Steinzeit», beklagte Leonhardt. Der Wegfall der Fernsehgelder trifft den Club schwer. 4,7 Millionen Euro bekamen die Auer in dieser Saison. In der kommenden Spielzeit können sie genau wie Mit-Absteiger Jena nur noch mit 625 000 Euro rechnen.

Mit dieser Summe kann wohl auch Regionalligist Dynamo Dresden planen, wenn die Qualifikation für die dritten Profiliga gepackt wird. Vom Wunschtraum 2. Bundesliga sind die Elbestädter meilenweit entfernt. Die Gründe dafür liegen in der Vergangenheit. Die Stadt Dresden setzte nach der Wende auf Kultur statt auf den Sport. Der Bau eines neuen Stadions wurde mehrfach verschoben. Als der Club in den vergangenen Wochen wirtschaftlich SOS funkte, bewahrte die Stadt den Traditionsverein zumindest vorerst vor der Insolvenz.



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