FIFA-Boss Blatter sauer über CAS-Urteil
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Peking (dpa) - Joseph Blatter hat sich als schlechter Verlierer erwiesen und nach der Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs CAS, wonach die Vereine ihre Fußball-Stars wieder von den Olympischen Spielen zurückholen können, mächtig vom Leder gezogen.
«Das ist sehr traurig und die Welt versteht das nicht. Wenn alle Nationalteams ihre Spieler verlieren, wenn die Clubs sie zwingen, heimzufliegen, dann haben wir hier schlichtweg kein olympisches Fußballturnier. Dann können wir auch Strandfußball oder Fünf gegen Fünf spielen», sagte der Präsident des
Fußball-Weltverbandes FIFA.
Dabei hatte Blatter zuvor noch angekündigt, man müsse das Urteil respektieren. Jacques Rogge forderte als Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) die Vereine auf, ihre Profis in Peking zu lassen: «Bitte wahren sie den olympischen Waffenstillstand für dieses olympische Turnier», sagte der Belgier. «Ich habe geschluckt, als ich die Entscheidung gehört habe. Es ist eine ziemlich dramatische Entscheidung», meinte Blatter. Der ansonsten allgegenwärtige Schweizer hatte es jedoch versäumt, frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen und deshalb den wochenlangen Wirbel mit ausgelöst. Nun fürchtet Blatter einen «Schneeballeffekt», wenn einige Clubs ihre Spieler zurückfordern: «Ist das die olympische Solidarität?» Der FIFA-Chef rechnet zudem damit, das die Vereine einen finanziellen Ausgleich dafür wollen, dass ihre Spieler in Peking antreten. Rogge versprach, dass es nach den Sommerspielen eine Bestandsaufnahme geben werde, wo die Problematik noch einmal auf den Tisch kommt: «Wir werden dann entscheiden, welche Maßnahmen wir treffen. In der Zwischenzeit müssen wir das in kurzer Zeit regeln und an die Clubs appellieren, ihre Spieler nicht abzuziehen und ihren Profis die Chance geben, ihre Träume wahr werden zu lassen.» 24 Stunden vor dem Turnierstart der Männer hatte der CAS in der Berufungsverhandlung gegen die FIFA-Entscheidung und im Sinne der klagenden Bundesliga-Clubs entschieden: Spieler unter 23 Jahren müssen von den Vereinen nicht für eine Olympia-Teilnahme freigestellt werden, weil sich keine Abstellungspflicht aus den FIFA-Statuten ergebe und auch kein entsprechendes Gewohnheitsrecht existiere. Zudem sei das Turnier nicht im Kalender des Weltverbandes verzeichnet. Werder Bremen und Schalke 04 hatten unisono angekündigt, trotz des Erfolges vor dem CAS auf eine nun nicht mehr sinnvolle Rückholaktion ihrer brasilianischen Leistungsträger Diego und Rafinha zu verzichten. Sie knüpften deren Verbleib aber an Bedingungen. Wie der Manager von Hertha BSC, Dieter Hoeneß, sagte, sollen die Verbände vor dem ersten Spiel zusichern, dass sie das Gehalt des Spielers für den Zeitraum der Abstellung übernehmen, eine Abstellungsgebühr zahlen und eine Versicherung abschließen. «Wie sich die FIFA verhalten hat, ist ein Unding», schimpfte Hoeneß, der Gojko Kacar (Serbien) und Solomon Okoronkwo (Nigeria) nach Peking hatte ziehen lassen müssen.
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