Experte: Erdbeben-Voraussagen noch nicht möglich - Potsdam (dpa) - In den nächsten 30 Jahren wird es nach Expertenansicht wohl nicht möglich sein, Erdbeben konkret vorherzusagen. «Wir können bisher einfach nicht in die Erde reinschauen», sagte der Seismologe Professor Rainer Kind vom GeoForschungsZentrum (GFZ) in einem dpa-Gespräch. Bisher seien Bohrungen bis etwa zehn Kilometer Tiefe möglich. «Das hilft uns nichts bei einem Erdbeben in 20 Kilometer Tiefe.» Konkrete Vorhersagen seien außerdem wohl noch teurer als die Weltraumforschung, schätzte Kind.
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Experte: Erdbeben-Voraussagen noch nicht möglich

2008/05/14 17:00

Pressemeldung von:
ANCOSO Development GmbH
Potsdam (dpa) - In den nächsten 30 Jahren wird es nach Expertenansicht wohl nicht möglich sein, Erdbeben konkret vorherzusagen. «Wir können bisher einfach nicht in die Erde reinschauen», sagte der Seismologe Professor Rainer Kind vom GeoForschungsZentrum (GFZ) in einem dpa-Gespräch.

Bisher seien Bohrungen bis etwa zehn Kilometer Tiefe möglich. «Das hilft uns nichts bei einem Erdbeben in 20 Kilometer Tiefe.» Konkrete Vorhersagen seien außerdem wohl noch teurer als die Weltraumforschung, schätzte Kind.

Seismische Wellen könnten zwar Auskunft über Bewegungen
geben, die Methoden, mit denen derzeit gearbeitet werde, seien aber insgesamt noch «zu grob und zu ungenau.» Nicht nur die Erdoberfläche, sondern insbesondere Spannungsänderungen im Erdinneren könnten Auskunft über Erdbeben geben. Bei einer Tiefe von mehr als zehn Kilometern werde es im Erdinneren zu heiß, die Bohrungsrohre würden zerquetscht, sagte Kind. Insgesamt fehle es an passenden Instrumenten und genug Geld, um Erbeben sicher vorauszusagen.

Viele seiner Kollegen gingen sogar davon aus, dass es nie möglich sein werde, Erdbeben vorhersagen, sagte Kind. Bei Sandkörnern, die auf einen Sandhaufen fallen, sei es schließlich auch nicht möglich, vorauszusagen, ob sie liegenbleiben oder eine Lawine auslösen, sagte der Seismologe. «Pessimistisch gesprochen weiß ein Erdbeben, wenn es beginnt, selbst nicht, wie stark es wird.»

In China sei die Voraussage besonders schwierig, da es viele Störungszonen gebe. Von Süden her drücke Indien gegen ganz Asien und verursache damit viele Beben auf dem Kontinent. In China gebe es damit zwar bekannte Erdbebenherde, aber auch Gegenden, in denen es völlig unvorhersehbar zu Beben kommen kann. «Und in ganz China ein seismisches Netz aufzubauen, ist nun mal unmöglich.»



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