Europäische Presse: Sarkozy muss sich erst beweisen
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Madrid/London (dpa) - Nach der Wahl des Konservativen Nicolas Sarkozy zum Staatspräsidenten Frankreichs fragen sich viele europäische Zeitungen am Montag, ob er seine Wahlversprechen auch wirklich halten kann. Die konservative Wiener Zeitung «Die Presse» kommentiert: «Nun muss der ehrgeizige konservative Politiker sich des Vertrauens würdig erweisen. Zeigen, dass es ihm nicht so sehr um die Macht geht, wie ihm manche vorwerfen, als vielmehr um die zügige Umsetzung des Reformvorhabens.»
«El País» (Madrid) meint dazu: «Sarkozy muss nun gegen seinen möglicherweise größten Feind kämpfen: gegen sich selbst und seinen Hang zum Populismus. Als Präsident darf er nicht mehr so sein, wie er als Kandidat war.» «De Volkskrant» (Amsterdam) sieht die Erwartungen an den Staatspräsidenten so: «Sarkozy muss zeigen, dass seine Zusage, "Präsident aller Franzosen" zu werden, keine hohle Phrase ist und dass Erneuerung Frankreich weiter bringt als die Ängstlichkeit, die sein Vorgänger in den vergangenen Jahren gezeigt hat.»
Meist nur am Rande widmen sich die Zeitungen der sozialistischen Wahlverliererin Ségolène Royal. Die britische Zeitung «The Guardian» schreibt: «Für die französische Linke gibt es jetzt nur eine realistische Möglichkeit: Sie darf die Rechte nicht dämonisieren, sondern muss ihr eigenes Haus in Ordnung bringen. (...) Sie muss sich selbst reformieren zu einer Partei der linken Mitte.» Die tschechische linksliberale Tageszeitung «Pravo» nennt Royal «eine würdige Gegnerin». Sie dürfe «erhobenen Hauptes aus dem Ring steigen».
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