Erneute Festnahmen nach PFT Klärschlamm-Skandal - Nach dem Fund von verseuchten Düngemitteln in Sachsen-Anhalt sind drei Männer festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft im nordrhein-westfälischen Paderborn erließ Haftbefehl gegen den Geschäftsführer des Düngemittel-Herstellers GW-Umwelt sowie zwei seiner Ingenieure. Der Geschäftsführer war schon einmal im Oktober in Haft genommen worden, berichtet das Branchenmagazin EUROPATICKER Umweltruf (http://www.europaticker.de).
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Erneute Festnahmen nach PFT Klärschlamm-Skandal

2006/12/20 11:50

Pressemeldung von:
EUROPATICKER Umwelruf
Nach dem Fund von verseuchten Düngemitteln in Sachsen-Anhalt sind drei Männer festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft im nordrhein-westfälischen Paderborn erließ Haftbefehl gegen den Geschäftsführer des Düngemittel-Herstellers GW-Umwelt sowie zwei seiner Ingenieure. Der Geschäftsführer war schon einmal im Oktober in Haft genommen worden, berichtet das Branchenmagazin EUROPATICKER Umweltruf (http://www.europaticker.de).

Dem Trio wird unerlaubter Umgang mit gefährlichen Stoffen und Betrug vorgeworfen. Sie sollen Klärschlämme, die mit krebserregenden Substanzen
Erneute Festnahmen nach PFT Klärschlamm-Skandal
Haftbefehle vollstreckt
belastet waren, als Düngemittel deklariert haben. Zu den Abnehmern gehörten Bauern in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Es seien Haftbefehle gegen den Geschäftsführer des Düngemittel-Herstellers GW-Umwelt sowie zwei seiner Ingenieure vollstreckt worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Paderborn, Horst Rürup, am Dienstag. Den Männern werde «unerlaubter Umgang mit gefährlichen Stoffen und Betrug jeweils in besonders schwerem Fall» vorgeworfen. Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte das Trio Klärschlämme, die mit Perfluorierten Tensiden (PFT) belastet waren, aus den Niederlanden an Bauern im Jerichower Land (Sachsen-Anhalt), Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern geliefert.

Die Ermittler waren durch PFT-Belastungen im Sauerland auf die Spur der GW Umwelt in Paderborn gekommen. Im Sauerland waren allerdings nicht Klärschlämme aus den Niederlanden, sondern ein Bioabfallgemisch auf die Felder aufgebracht worden.

Die GW Umwelt habe insgesamt 50 000 Tonnen Klärschlämme aus den Niederlanden bezogen. In den Niederlanden hätten diese Schlämme verbrannt werden müssen, sagte der Staatsanwalt. Für die Abnahme der Schlämme kassierte die Firma nach Angaben der Ermittler mehr als zwei Millionen Euro. Die festgenommenen Männer hätten ihren niederländischen Geschäftspartnern vorgespiegelt, «sie hätten eine überlegene Technik, diese Stoffe zu nützlichen Bodenverbesserern und Humusstoffen zu verarbeiten», teilte die Staatsanwaltschaft mit. Tatsächlich sei der Klärschlamm lediglich mit Mineralkalk gemischt worden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Paderborn gab es Anfang Oktober in Bleicherode im Landkreis Nordhausen schon eine Verhaftung. Bei dem vorläufig Festgenommenen handele es sich um den Geschäftsführer des Düngemittelherstellers GW-Umwelt und der Firma "Terra-Vital" , erklärte Staatsanwalt Horst Rürup. Ein von GW-Umwelt aus Borchen bei Paderborn hergestelltes und von Terra-Vital aus dem thüringischen Bleicherode vertriebenes Düngemittel soll für die Verschmutzung von Böden und Gewässern in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen verantwortlich sein.

Eigentlich waren die Ermittler aus Paderborn zusammen mit Bielefelder Kriminalbeamten nur zur Durchsuchung nach Borchen und Bleicherode gefahren. Als dann bei der Durchsuchung offenbar Unterlagen beiseite geschafft werden sollten, wurde der Geschäftsführer vorläufig festgenommen. "Das hat uns selbst überrascht", so Rürup. Denn immerhin ermitteln Staatsanwaltschaft und Umweltbehörden seit Monaten im Fall der Verschmutzung von Feldern mit der als krebserregend geltenden Industriechemikalie.

Den ausführlichen Bericht mit den Hintergrundinformationen finden Sie im EUROPATICKER Umweltruf unter:
http://www.umweltruf.de/ticker/news_druck0.php3?nummer=687



Kontakt zum Autor des Artikels:
web: http://www.europaticker.de
 

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