Erlangen erhält Cochlea-Implantat-Centrum
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Hals-Nasen-Ohren Klinik – Kopf- und Halschirurgie
ERLANGEN: In diesen Tagen beginnen an der Hals-Nasen-Ohren-Klinik – Kopf- und Halschirurgie (HNO) die Bauarbeiten für das Cochlea-Implantat-Centrum Erlangen. Bei einer Cochlea-Implantation wird hörgeschädigten Patienten, die noch über einen intakten Hörnerv verfügen, eine kleine Prothese in die Hörschnecke (Cochlea) eingesetzt, das Cochlea-Implantat (CI). Ein großer Teil aller Operierten sind Babys und Kleinkinder, die hörgeschädigt zur Welt kommen. Dank eines möglichst frühzeitigen Cochlea-Implantats kann ihnen eine altersgerechte Sprach- und Allgemeinentwicklung ermöglicht
werden. Der Hörerfolg ist jedoch von einer umfassenden Nachsorge abhängig. Bisher fand diese insgesamt 60-tägige, teilweise stationäre Nachsorge dezentral statt. Ab 2009 kann sie im Erlanger Centrum gebündelt angeboten werden.
Im CI-Centrum Erlangen finden Patienten auch bei der Nachsorge ihre bereits bekannten Ansprechpartner vor. Sie können vom Operateur weiterbetreut werden und die klinikeigene Audiologische Abteilung kann die optimale technische Einstellung des CIs vornehmen. Das geplante CI-Centrum wird das vierte in Bayern und eines der größten in Deutschland sein. Sein Einzugsgebiet reicht über das „Medical Valley“ hinaus: „Wir versorgen Patienten aus ganz Mittelfranken und auch aus dem oberfränkischen Raum“, erläutert Klinikdirektor Prof. Dr. Heinrich Iro. Der Medizinstandort Erlangen wird mit dieser Einrichtung bedeutend erweitert. „Die Entscheidung für das CI-Centrum war für uns ein konsequenter Schritt, um unsere Stellung als eine der größten Spezialkliniken unseres Fachs in Deutschland weiter auszubauen“, so Prof. Iro weiter. Schon heute setzen die Chirurgen der HNO-Klinik Erlangen jährlich rund 50 Cochlea-Implantate ein. „Allerdings“, so ergänzt der Leiter der Audiologischen Abteilung und designierte Leiter des CI-Centrums Prof. Dr. Ulrich Hoppe, „fehlen bislang vor Ort die geeigneten Räumlichkeiten. Die komfortable und familienfreundliche Unterbringung der Patienten während der stationären und teilstationären Nachsorge-Phasen können wir im CI-Centrum endlich lösen.“ In einem Gebäude in direkter Nachbarschaft zum jetzigen Kliniktrakt werden dafür zunächst rund 350 Quadratmeter umgebaut. Der Direktor der HNO-Klinik Erlangen geht davon aus, dass das CI-Centrum mit Beginn des neuen Jahres seinen Betrieb aufnehmen wird. Während die Vorbereitungen für die rund 500.000 Euro teure Umbaumaßnahme laufen, hoffen Prof. Iro und Prof. Hoppe auf eine baldige Einigung mit den Kostenträgern über entsprechende Rahmenverträge. Die Kostenübernahme für die CI-Operation ist unstrittig. Die Finanzierung der Nachsorge wird derzeit noch mit den Krankenkassen verhandelt. Schon jetzt füllen sich die Wartelisten für das Einsetzen der Cochlea-Implantate weit über den Jahreswechsel hinaus. „Diesen Patienten wollen wir natürlich die optimale, integrierte Versorgung gewährleisten“, betont Prof. Iro.
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