EM-Euphorie zurück: «Wir sind da, das weiß Europa» - Basel (dpa) - Deutschland kann sich auf einen neuen schwarz-rot-goldenen Fußball-Sommertraum freuen - und Joachim Löw nach dem 4:0-Torfestival gegen den EM-Mitgastgeber Schweiz ganz entspannt seine EM-Planungen vorantreiben. Das Team wird um Kapitän Michael Ballack von den eigenen Fans und auch der Konkurrenz wieder als heißer Kandidat auf die Europameister-Krone 2008 gehandelt. «Wir sind da - das weiß Europa», brachte Abwehrchef Per Mertesacker die Aufbruchstimmung beim WM-Dritten auf den Punkt. «Wenn die Deutschen in so einer Verfassung sind, wird es schwer, sie zu schlagen», lobte der niedergeschlagene Schweizer Coach Köbi Kuhn die wiedererstarkte DFB-Elf, die besonders in der Offensive vor 38 500 Fans im St. Jakob-Park und über zehn Millionen TV-Zuschauern an die umjubelten Auftritte bei der Heim-WM vor zwei Jahren erinnerte.
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EM-Euphorie zurück: «Wir sind da, das weiß Europa»

2008/03/27 12:09

Pressemeldung von:
ANCOSO Development GmbH
Basel (dpa) - Deutschland kann sich auf einen neuen schwarz-rot-goldenen Fußball-Sommertraum freuen - und Joachim Löw nach dem 4:0-Torfestival gegen den EM-Mitgastgeber Schweiz ganz entspannt seine EM-Planungen vorantreiben.

Das Team wird um Kapitän Michael Ballack von den eigenen Fans und auch der Konkurrenz wieder als heißer Kandidat auf die Europameister-Krone 2008 gehandelt. «Wir sind da - das weiß Europa», brachte Abwehrchef Per Mertesacker die Aufbruchstimmung beim WM-Dritten auf den Punkt.

«Wenn die Deutschen in so einer Verfassung sind, wird es schwer, sie
EM-Euphorie zurück: «Wir sind da, das weiß Europa»
Schweinsteiger, Podolski, Ballack, Gomez und Hitzlsperger (v.l.) feiern den Sieg.
zu schlagen», lobte der niedergeschlagene Schweizer Coach Köbi Kuhn die wiedererstarkte DFB-Elf, die besonders in der Offensive vor 38 500 Fans im St. Jakob-Park und über zehn Millionen TV-Zuschauern an die umjubelten Auftritte bei der Heim-WM vor zwei Jahren erinnerte. «Ich habe gespürt, dass die Jungs brennen», betonte Ballack, der angesichts der vielen Baustellen noch vor dem Spiel seine Sorge um eine erfolgreiche EM zum Ausdruck gebracht hatte.

«Die Chance, sich als Mannschaft und einzelner Spieler für die EM zu empfehlen, haben wir insgesamt genutzt», bilanzierte Bundestrainer Löw ohne jede Euphorie, bevor er völlig stressfrei mit dem Auto in seine 70 Kilometer entfernte Heimatstadt Freiburg zurückfuhr. 90 hoffnungsvolle Minuten in Basel haben dafür gesorgt, dass alle größeren und kleineren Aufgeregtheiten um das Team nach den jüngsten schwächeren Auftritten zunächst verschwunden sind. «Wir hatten schon einige offene Fragen, auf die wir teilweise eine Antwort bekommen haben», bemerkte Löw ohne Details zu nennen.

Welche Positionen der 48 Jahre alte EM-Projektleiter gemeint hat, ist kein Geheimnis. Jens Lehmann hat mit einer konzentrierten Partie die Diskussionen um seine Nummer-1-Rolle gestoppt. «Frischling» Heiko Westermann konnte sich als Alternative zu Christoph Metzelder für die Sorgenzone Innenverteidigung anbieten, womit ein Comeback von Robert Huth nun noch unwahrscheinlicher erscheint. Und in der Abteilung Attacke treiben sich die Torschützen Mario Gomez (61./67.), Miroslav Klose (23.) und Lukas Podolski (89.) gegenseitig zu Höchstleistungen. «Das war heute unser Vorteil, dass wir Stürmer haben, die schnell sind, in die Spitze gehen und immer gefährlich waren», analysierte Ballack.

Der DFB-Kapitän wurde vom Tatendrang seiner Kollegen sogar ein wenig überrascht: «Das war nicht unbedingt zu erwarten, aber die Mannschaft war sehr gut im Spiel, sehr aggressiv und hat in Defensive wie Offensive eine wesentlich höhere Laufbereitschaft gehabt.» Dennoch tat sich Ballack schwer, das «Wunschresultat» auf dem angestrebten Weg zum vierten EM-Titel richtig einzuordnen. «Es ist schwierig einzuschätzen. Es ist ein gutes Ergebnis, aber das Niveau muss man halten und ausbauen und Konstanz reinbringen», forderte der Spielführer Richtung EM-Endrunde vom 7. bis 29. Juni. «Man darf jetzt nicht alles wieder hochjubeln», bemerkte auch Philipp Lahm.

Erst mit ähnlich guten Leistung in den nächsten Testspielen gegen Weißrussland (27. Mai) und Serbien (31. Mai) würde Ballack sein Team in der richtigen Spur sehen: «Dann können wir bei der EM mit breiter Brust auflaufen und auch viel erreichen.»

Von den 23 Personal-Stellen für das Turnier sind nur noch wenige offen. Die 20 Akteure, die in Basel dabei waren, dürften am 16. Mai auf der Zugspitze auch als EM-Fahrer verkündet werden. Dazu hofft Löw, dass Torsten Frings und Christoph Metzelder noch rechtzeitig in Topform kommen. Für den letzten Platz scheint Roberto Hilbert gute Karten zu besitzen - oder Löw überrascht wie vor der WM Jürgen Klinsmann mit David Odonkor. Dieses Mal wäre zum Beispiel der Münchner Toni Kroos ein Kandidat für ein Last-Minute-Ticket.

In der Torwart-Frage lassen die DFB-Trainer noch immer die Position der Nummer 3 offen. Nach wie vor sei die Frage, «ob wir einen Jungen mitnehmen», sagte Andreas Köpke in Basel. Dagegen hat Arsenal-Reservist Lehmann, der seinen angekündigten Medien-Boykott wahr machte, seine Position gestärkt. «Er hat souverän gespielt und gezeigt, was wir von ihm erwarten. Er hat die Abwehr organisiert und Souveränität ausgestrahlt. Er ist 621 Minuten ohne Gegentor seit August, das sind die Dinge, die für ihn sprechen», betonte der Bundestorwart-Trainer, der nun auf «mehr Ruhe» hofft.

Größter Gewinner des 4:0 war jedoch Doppelpack-Schütze Gomez, der sich im internen Stürmer-Ranking auf die Position neben Klose in die erste Elf schoss. Doch der 22-jährige Stuttgarter, der sechs Tore in neun Länderspielen aufweist, sieht das nur als Momentaufnahme: «Ich werde jetzt nicht irgendetwas verlangen, es sind noch zwei Monate bis zur EM.» Die Fans jedenfalls sind wieder begeistert, Abwehr-Recke Mertesacker jubelte: «Das war heute ein anderes Deutschland.»

Der mögliche deutsche EM-Kader:

Tor (3): Lehmann, Hildebrand, Enke

Abwehr (7): Arne Friedrich, Jansen, Lahm, Mertesacker, Westermann, Metzelder, Hilbert

Mittelfeld (8): Ballack, Frings, Fritz, Hitzlsperger, Rolfes, Schneider, Schweinsteiger, Trochowski

Angriff (5): Klose, Gomez, Podolski, Kuranyi, Kießling



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