EADS-Raumfahrtsparte will Galileo-Satelliten bauen
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Pressemeldung von:
ANCOSO Development GmbH
Nach der Einigung auf die Vergaberegeln für das Satelliten-Navigationssystem Galileo hofft die deutsche EADS- Raumfahrtsparte Astrium auf die Führung beim Bau der Satelliten: «Astrium hat die Fähigkeit und den Willen, die Satelliten für Galileo zu bauen - wir sind bereit». Das sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Astrium GmbH, Evert Dudok, nach Angaben eines Sprechers am Freitag. Die europäischen Verkehrsminister hätten «wichtige und richtige Entscheidungen» für den Aufbau von Galileo getroffen. «Heute ist ein sehr guter Tag für Europa.»
Die EU-Verkehrsminister hatten am Donnerstag in Brüssel gegen den Widerstand Spaniens gemeinsame Regeln zur Vergabe der milliardenschweren Aufträge beschlossen. Allerdings gab es am Freitag neuen Streit: Spanien hält den Beschluss für ungültig. Die portugiesische EU-Ratspräsidentschaft versicherte hingegen, auch nicht einstimmig beschlossene Schlussfolgerungen seien rechtlich bindend. Der Streit dreht sich darum, dass Spanien auch ein Galileo- Kontrollzentrum auf seinem Boden haben will, während der Verkehrsministerrat sie nur in Oberpfaffenhofen bei München und im italienischen Fucino ansiedelte.
Der Einigung von Brüssel zufolge sollen unter anderem die Aufträge zum Aufbau der Infrastruktur in sechs Paketen vergeben und Subunternehmer an jedem Paket mit mindestens 40 Prozent des Auftragswerts beteiligt werden. Zudem soll der Bau der 26 Satelliten in drei Phasen ausgeschrieben werden. Nach Industrieangaben dürfte der Satelliten-Bau rund 1,2 Milliarden Euro des auf insgesamt mindestens 3,4 Milliarden Euro veranschlagten Projektes ausmachen. Wie viel davon auf Astrium entfallen könnte, lässt sich nach Angaben eines Unternehmenssprechers derzeit noch nicht abschätzen. Im Gespräch ist dem Vernehmen nach, dass Astrium die Führung beim Bau der Satelliten bekommen könnte und die französische Thales Alenia die Führung der Segmente Systemplanung und Ausbau der Bodeneinrichtungen. Beide Unternehmen könnten dann wiederum wechselseitig an den jeweils anderen Segmenten beteiligt werden. Der Astrium-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. «Die EU hat die beteiligten Industrieunternehmen aufgefordert, Vorschläge für eine intelligente Arbeitsteilung zu machen», erklärte er lediglich. Astrium als Raumfahrtsparte des europäischen Flugzeugbau- und Rüstungskonzerns EADS hat europaweit rund 11 000 Mitarbeiter, rund 3600 davon sind an den deutschen Standorten beschäftigt. Die Galileo- Aktivitäten sind in Ottobrunn bei München gebündelt. Im vergangenen Jahr kam die Sparte in Europa auf einen Umsatz von rund 3,2 Milliarden Euro. Mit Galileo will Europa eine effiziente Konkurrenz zum amerikanischen GPS-Navigationssystem aufbauen.
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