Die Schönheit der Frauen; Leupolds Gartenlaube, Leipzig bis 27.4.2008 - Das Leipziger Kamera- und Fotomuseum zeigt die beiden thematischen Fotoserien "Leupolds Gartenlaube" (1994) und "Die Schönheit der Frauen" (1995), in denen historische Fotostrecken ironisch re-inszeniert werden. Beide Reihen reflektieren das Frauenbild der bürgerlichen Gesellschaft der Wilhelminischen Ära zu Beginn des 20. Jahrhunderts. "Leupolds Gartenlaube" referiert Fotografien aus der gleichnamigen Frauenzeitschrift, die kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges weit verbreitet war. In ihren Bildserien entwirft "Die Gartenlaube" einen Frauentyp, der sich perfekt in das konservative Weltbild der Spätwilhelminischen Zeit einfügt.
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Die Schönheit der Frauen; Leupolds Gartenlaube, Leipzig bis 27.4.2008

2008/02/23 05:14

Pressemeldung von:
Matthias Leupold
Das Leipziger Kamera- und Fotomuseum zeigt die beiden thematischen Fotoserien "Leupolds Gartenlaube" (1994) und "Die Schönheit der Frauen" (1995), in denen historische Fotostrecken ironisch re-inszeniert werden. Beide Reihen reflektieren das Frauenbild der bürgerlichen Gesellschaft der Wilhelminischen Ära zu Beginn des 20. Jahrhunderts. "Leupolds Gartenlaube" referiert Fotografien aus der gleichnamigen Frauenzeitschrift, die kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges weit verbreitet war.

In ihren Bildserien entwirft "Die Gartenlaube" einen Frauentyp, der sich perfekt in das
Die Schönheit der Frauen; Leupolds Gartenlaube, Leipzig bis 27.4.2008
Im Spiegel, aus Die Schönheit der Frauen, Berlin 1995
konservative Weltbild der Spätwilhelminischen Zeit einfügt. Daneben stehen unverhohlene Forderungen wie "Ideal ist, wenn man auch so sein möchte". Über das Mittel der Zeitversetzung führt uns Leupolds fotografische Arbeit zahlreiche Parallelen zum Frauenbild der Gegenwart vor Augen. "Die Schönheit der Frauen" ist ein Bildband von Dr.Paul Hirth und Eduard Daelen, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland und Frankreich hohe Auflagen erzielen konnte. Als Lehrbuch für angehende Kunsthandwerker kaschiert, konnte er die Zensur umgehen, obwohl er zahlreiche Aktfotos enthält.

Leupolds augenzwinkerndes Aufgreifen dieser Genrebilder führt den verbreiteten Glauben an ein allgemein gültiges Schönheitsideal ad absurdum. "Indem Leupold die historischen Bildmuster ironisch bricht, entstellt er sie zur Kenntlichkeit" , schreibt T.O. Immisch, Kustos für Fotografie der Stiftung Moritzburg, Halle. Die beiden Bildfolgen wurden dem Museum von dieser Stiftung freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Das Kamera- und Fotomuseum in der Gottschalkstraße 9, Leipzig-Mölkau, zeigt die Ausstellung noch bis zum 27. April 2008. Es ist mittwochs, samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Kamera- und Fotomuseum Gottschalkstr. 9 04316 Leipzig.



Kontakt zum Autor des Artikels:
web: http://www.fotomuseum.eu
 

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