Deutsche Investmentindustrie spürt Gegenwind des intensiveren Wettbewerbs
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Pressemeldung von:
Fitch Ratings
Fitch Ratings sieht für die deutsche Investmentindustrie einen zunehmend schärferen Wettbewerb. Das nicht zuletzt durch ausländische Anbieter, die die Wachstumschancen durch die Novellierung des Investmentrechts aktiv zu Ihrem Vorteil nutzen. “Das verstärkte Eindringen ausländischer Anbieter in den Markt und eine erhöhte Nachfrage nach speziell entwickelten Produktlösungen stellen für eine große Zahl von Häusern am deutschen Markt, die sich noch sehr stark auf das inländische Kerngeschäft konzentrieren, eine beträchtliche Herausforderung dar. Aus dieser Entwicklung heraus
besteht Anpassungsbedarf sowohl mit Blick auf die Produktionsseite wie auch bei den Vertriebsmodellen”, sagt Roger Schneider, Direktor in der Gruppe Fund and Asset Manager Rating von Fitch. Diejenigen Vermögensverwalter, die in der Lage sind, spezialisierte und auf den Investoren zugeschnittene Produkte anzubieten, werden zunehmend zu einer Herausforderung gegenüber jenen, die sich nicht ausreichend auf das liberalisierte Umfeld einstellen, so die Einschätzung von Fitch. Die Bedeutung ausländischer Anbieter, die verstärkt in traditionelle Vertriebskanäle eindringen, wird analog zum steigenden Marktanteil zunehmen. Gleichzeitig werden Finanzintermediäre und unabhängige Vertriebsplattformen eine wichtigere Rolle spielen. Innerhalb des Marktes intensiviert sich der Wettbewerb durch die Emission so genannter Zertifikate (Strukturierte Schuldverschreibungen) durch Banken. Sie erschweren zunehmend die Fähigkeit der Investmentgesellschaften, Mittelzuflüsse zu generieren.
Die Asset Management-Industrie in Deutschland verfügt über ein verwaltetes Anlagevolumen von mehr als 1,4 Billionen Euro zum Jahresende 2006. Sie ist in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gewachsen. Deutschland ist einer der größten Anlagemärkte in Europa. Die deutsche Bundesregierung hat sich in jüngerer Vergangenheit auf weitreichende Reformen besonders im Bereich der Rentenversicherung, aber auch beim Investmentrecht verständigt. Sie ist damit der lange vorherrschenden Einschätzung der Märkte entgegengetreten, Deutschland sei überreguliert und zu wenig innovationsfähig. Die ergriffenen Maßnahmen ermöglichen nun den Investmentgesellschaften effektiver in den Wettbewerb einzutreten, besonders mit Blick auf Investmentcenter wie Luxemburg oder Irland. Letztlich werden die umgesetzten Reformen Innovationen weiter fördern und damit weiter entwickelte Anlagelösungen ermöglichen. Diese werden langfristig das Wachstum der Industrie stärken und Deutschlands Rolle als ein führendes Finanzzentrum unterstreichen. Während sowohl der deutsche institutionelle Markt - mit verwalteten Mitteln in Höhe von etwa 650 Mrd. Euro von den durch die Reform flexibler gestalteten Anlagemöglichkeiten profitieren sollten, zeigen sich im Publikumsgeschäft Zeichen einer Konsolidierung.
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