«DSDS»-Sieg garantiert keine Karriere
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Hamburg (dpa) - «DSDS»-Veteran Alexander Klaws hätte keinen treffenderen Titel für sein aktuelles Album wählen können: «Was willst du noch?!» fragt der 24-Jährige darauf.
Vor fünf Jahren wusste er genau, was er wollte: Als erster Sieger bei der RTL-Show «Deutschland sucht den Superstar» träumte er von der großen Karriere als Sänger. Im Fernsehen war er für einen Abend tatsächlich der Superstar, im Musikgeschäft ist er weit davon entfernt. Dabei gehört Klaws noch zu den erfolgreichen Kandidaten, immerhin gelang ihm mit «Take Me Tonight» ein Nummer-Eins-Hit und
im Anschluss ein Platin- Album. Längst traut kaum jemand Castingstars einen anhaltenden Erfolg zu - sie gelten als «Modeerscheinung» und «Helden für einen Tag».
Vergeblich hat Klaws bislang versucht, an den damaligen Erfolg anzuknüpfen. Seinen Sieg gegen Juliette Schoppmann verfolgten 2003 noch zwölf Millionen Zuschauer - schließlich war es das erste «DSDS»- Finale. Wie ein Superstar muss er sich auch in den Wochen und Monaten danach gefühlt haben, als er sich mit Single und Album an die Chartspitze setzte. Doch der Ruhm über Nacht war nicht von Dauer, irgendwann gehörte auch Klaws zu den Casting-Altwaren, landete beim «International Idol»-Contest, bei dem die Gewinner ausländischer Pendants gegeneinander antraten, auf den hinteren Rängen. Er sang im Musical «Tanz der Vampire» und spielt in den Medien inzwischen hauptsächlich bei jeder neuen «Superstar»-Staffel eine Rolle. Um mindestens vier neue Superstars müsste die Musikszene reicher sein, würde «DSDS» nicht nur als TV-Show funktionieren, sondern tatsächlich Sangeskarrieren etablieren. Nach Klaws folgte Rockröhre Elli Erl. Die heute 28-Jährige verfehlte in den Charts zwar knapp die Spitze, landete mit «This Is My Life» aber auf dem dritten Platz. Doch als sie ihr jüngstes Album «Moving On» herausbrachte, fand sie dafür gerade mal einen Bruchteil der Aufmerksamkeit, die sie noch als Show-Kandidatin genoss. Schnell ruhig wurde es um Tobias Regner, Gewinner der dritten Staffel und inzwischen ohne Plattenvertrag. Die Echo-Nominierung des Sängers («I Still Burn») ist die letzte «News» auf seiner Internetseite - das war vor einem Jahr. Längst gab es wieder eine Echo-Verleihung, bei der Mark Medlock, Sieger der vierten Staffel und Liebling von Juror und Musikproduzent Dieter Bohlen, die Trophäe als Newcomer sogar gewann. Mit «Summer Love» landete der 29-Jährige rechtzeitig zur Finalphase der fünften «DSDS»-Ausgabe gleich vor Madonna auf Platz eins der Single-Charts. Bleibt abzuwarten, wie sehr seine Fan-Gemeinde schrumpft, wenn Thomas Godoj oder Fady Malouf den Thron bestiegen haben. Für die meisten Ex- Teilnehmer interessiert man sich zumeist nur vor einer neuen Show, selbst für solche wie Paradiesvogel Daniel Küblböck, dessen Unfall mit einem Gurkenlaster einst der «Tagesschau» eine Meldung wert war. Oder Gracia Baur, die Deutschland beim Eurovision Song Contest als Letztplatzierte blamierte. Was für «DSDS» gilt, trifft auf andere Castingstars nicht weniger zu, ob Nu Pagadi, Bro'Sis, die Preluders, Overground oder Monrose. Lediglich die ersten «Popstars»-Gewinner (damals noch auf RTL II, später auf ProSieben) No Angels, inzwischen nach einer Pause wieder zum Comeback angetreten und Deutschlands Vertreter beim Eurovision Song Contest am 24. Mai in Belgrad (Serbien), konnten sich lange behaupten. Kritiker werfen den Sendern vor, dass sie ihre Stars verheizen und die vermeintliche «Superstar»-Suche nur eine «musikalisch verpackte Soap-Opera» («Spiegel») sei. Dass in Deutschland anders als etwa in den USA Castingstars per se einen schweren Stand haben, macht es nicht leichter. «Das ist echt absurd: Die Radiostationen lästern über Castingstars und im Hintergrund laufen Kelly Clarkson oder Leona Lewis», sagte Klaws im «DSDS»- Magazin. Clarkson gewann in den USA bei «American Idol», Lewis siegte in Großbritannien bei «The X Factor».
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