iPods & Co: HNO-Berufsverband fordert Kooperation von Apple - Mannheim – Immer mehr Jugendliche leiden unter Hörschäden, weil sie zu laut und zu lange Musik mit iPods und MP3-Playern hören. Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte hat auf einer Pressekonferenz heute in Mannheim den iPod-Hersteller Apple zur Kooperation aufgerufen. Gleichzeitig forderte der Verband die Krankenkassen auf, präventive Baby-Hörscreenings zu finanzieren. „Was wir brauchen, ist ein effektiver Schutz vor der Dauerlärmbelastung“, forderte Dr. Dirk Heinrich, der neue Erste Vorsitzende des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte.
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iPods & Co: HNO-Berufsverband fordert Kooperation von Apple

2008/11/03 14:57

Pressemeldung von:
Tower Media GmbH
Mannheim – Immer mehr Jugendliche leiden unter Hörschäden, weil sie zu laut und zu lange Musik mit iPods und MP3-Playern hören. Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte hat auf einer Pressekonferenz heute in Mannheim den iPod-Hersteller Apple zur Kooperation aufgerufen. Gleichzeitig forderte der Verband die Krankenkassen auf, präventive Baby-Hörscreenings zu finanzieren.

„Was wir brauchen, ist ein effektiver Schutz vor der Dauerlärmbelastung“, forderte Dr. Dirk Heinrich, der neue Erste Vorsitzende des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte. Die
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Kooperation mit Apple ziele auf Prävention und einen Bewusstseinswandel beim Verbraucher. „Apple ist mit dem iPod Opinion Leader der Branche“, so Dr. Dirk Heinrich. Hintergrund der Forderung ist die drastische Zunahme von Innenohrschäden bei den 16- bis 20-Jährigen: „Die Schwerhörigkeit hat sich in Deutschland zu einer echten Volkskrankheit entwickelt“, beklagte Dr. Gerhard Hesse, Chefarzt der Tinnitusklinik in Bad Arolsen. „Die Altersschwerhörigkeit beginnt heute schon bei den 20-Jährigen!“. Nach dem Willen der HNO-Ärzte soll der US-amerikanische Konzern künftig in den Produktbeschreibungen des iPods konkret angeben, ab welcher Dauer und Lautstärke das Musikhören ernsthafte Folgen für die Gesundheit haben kann. Keinesfalls wolle man Apple an den Pranger stellen, betonten die Ärzte. Der Konzern halte sich an die gesetzlichen Vorgaben, weise auch in der Gebrauchsanweisung auf mögliche Hörschäden bei zu großer Lautstärke hin. Nur: „Die Gebrauchsanweisung hat bislang den Charakter eines Beipackzettels. Was wir fordern sind konkrete Angaben“, so Dr. Dirk Heinrich. Nach Schätzungen des Verbands sind rund 15 Millionen Bundesbürger schwerhörig, nur zwei Millionen davon mit Hörgeräten versorgt.

Laut HNO-Experten muss die Prävention bereits im Babyalter beginnen – mit entsprechenden Hörscreenings gleich nach der Geburt. „Die Politik hat ihre Hausaufgaben gemacht“, betonte Dr. Dirk Heinrich. „Wir appellieren nun an die Krankenkassen, die Hörscreenings zu finanzieren“. Das Erstscreening für Säuglinge kostet 17,50 Euro, die medizinischen Folgekosten belaufen sich auf bis zu eine Million Euro. Im Juni 2008 hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) die Einführung der Baby-Hörscreenings beschlossen – eine minutenschnelle Diagnose-Methode, die Schwerhörigkeit bei Neugeborenen schnell und einfach feststellt. Vier Monate nach dem Beschluss ist die Kostenübernahme noch immer nicht geklärt. „Der schwere soziale Nachteil schwerhöriger Kinder muss dringend ausgeglichen werden“, so Dr. Gerhard Hesse. Wenn Hörschäden frühzeitig erkannt werden, können Kinder mit Hörstörungen ein fast normales Leben führen und auch Regelschulen besuchen. In Deutschland werden schwere Hörschäden derzeit erst zwischen dem 21. und 47. Lebensmonat diagnostiziert. „Viel zu spät“, so die einhellige Expertenmeinung.



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