Clinton «besorgt» über Obamas Charakter
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Gut eine Woche vor den wichtigen Präsidentschaftsvorwahlen der US-Demokraten in Pennsylvania hat Senatorin Hillary Clinton ihrem Konkurrenten Barack Obama elitäre und herablassende Äußerungen vorgeworfen. Obama hatte sich in der letzten Woche bei einer privaten Wahlspendenaktion in San Francisco über die Stimmung in Kleinstädten in Pennsylvania geäußert. Jahrzehnte mit Jobverlusten und nicht eingelösten Versprechungen aus Washington hätten einige Menschen verbittert, sagte er. Sie klammerten sich an Waffen oder Religion oder hegten eine Abneigung gegen Menschen, die nicht seien wie
sie selbst.
Clinton sagte dazu am Sonntag (Ortszeit), Obamas Bemerkungen lösten «berechtigte Besorgnis» über seinen Charakter aus, weil sie «elitär, realitätsfremd und, offen gestanden, herablassend» seien. Die Demokraten seien bereits in der Vergangenheit als Partei gesehen worden, die die Werte und den Lebenswandel von vielen Amerikanern nicht verstehe und respektiere. Clinton äußerte sich bei einem vom Sender CNN ausgestrahlten Forum zum Thema Glauben und Moral in der Politik. Dabei hatten beide Kandidaten die Gelegenheit, getrennt 45 Minuten lang Fragen zu beantworten. Bereits zuvor hatte die Ex-First Lady auf Wahlkampfveranstaltungen gesagt, Obama sei ein guter Mann, aber seine Bemerkungen seien «spaltend» und förderten den Eindruck, die Demokraten blickten auf «Kirchgänger und Jäger» herab. «Man muss nicht weit zurückdenken um sich daran zu erinnern, dass gute Männer, die sich um die Präsidentschaft bewarben, für elitär gehalten wurden, für Menschen, die den Bezug zu den Werten und dem Leben von Millionen Amerikanern verloren haben», fügte Clinton hinzu. Sie bezog sich dabei auf die früheren gescheiterten Präsidentschaftskandidaten Al Gore und John Kerry. Obama bekräftigte in der CNN-Sendung, seine Worte seien bewusst verdreht und falsch interpretiert worden. Er habe keineswegs einen Glauben herabgesetzt, den er doch selbst teile. Was er gemeint habe: «Wenn (Menschen) von wirtschaftlichen Problemen getroffen werden, dann haben sie den Glauben, sie haben Familien, sie haben Traditionen, die von Generation zu Generation weitergegeben worden sind. Das sind keine schlechten Dinge. Das sind die Dinge, die geblieben sind.» Zuvor hatte Obama auf einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania gesagt, Clinton solle sich schämen. Er habe Kritik vom Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, Senator John McCain, erwartet - aber nicht von seiner Parteikollegin. «Sie weiß es besser», sagte Obama. Bei dem CNN-Forum wurden die Bewerber unter anderem auch danach gefragt, ob sie glaubten, dass Gott ihre Politik lenke oder ob es sein Wille sei, dass sie ins Weiße Haus einzögen. Clinton antwortete darauf lächelnd: «Nun, ich könnte flapsig sein und sagen, dass wir das herausfinden werden, aber ich maße mir nichts zu Gott an.» Obama sagte: «Es würde schon ein gewisses Maß an Selbstherrlichkeit brauchen, wenn wir denken würden, dass wir eine direkte Telefonverbindung zu Gott haben.» In Pennsylvania findet am 22. April die nächste Runde der demokratischen Vorwahlen statt. Clinton liegt dort nach Umfragen in Führung, aber in den vergangenen Wochen hat sich ihr Vorsprung stetig verkleinert.
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