China kritisiert Deutschlandbesuch des Dalai Lama - Peking/Berlin/Hamburg (dpa) - Chinas Regierung hat Deutschland wegen des Besuchs des Dalai Lama scharf kritisiert. Das Außenministerium in Peking forderte die Bundesregierung am Freitag in einer Erklärung auf, «dem Dalai Lama keine Plattform für seine separatistischen Aktivitäten zur Verfügung zu stellen». Es warnte vor Schaden für die deutsch-chinesischen Beziehungen. Das Auswärtige Amt in Berlin wies die Kritik unter Hinweis auf die demokratische Grundordnung in Deutschland zurück. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter hatte zum Auftakt seines Deutschlandbesuchs am Donnerstag in Hamburg die Menschenrechtslage und die fehlende Religionsfreiheit in dem seit 1950 von China besetzten Land kritisiert.
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China kritisiert Deutschlandbesuch des Dalai Lama

2007/07/20 16:45

Pressemeldung von:
ANCOSO Development GmbH
Peking/Berlin/Hamburg (dpa) - Chinas Regierung hat Deutschland wegen des Besuchs des Dalai Lama scharf kritisiert. Das Außenministerium in Peking forderte die Bundesregierung am Freitag in einer Erklärung auf, «dem Dalai Lama keine Plattform für seine separatistischen Aktivitäten zur Verfügung zu stellen». Es warnte vor Schaden für die deutsch-chinesischen Beziehungen. Das Auswärtige Amt in Berlin wies die Kritik unter Hinweis auf die demokratische Grundordnung in Deutschland zurück. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter hatte zum Auftakt seines Deutschlandbesuchs am Donnerstag in
China kritisiert Deutschlandbesuch des Dalai Lama
Der Dalai Lama in Hamburg bei einer Pressekonferenz: Peking wirft dem Dalai Lama vor, Tibet spalten zu wollen
Hamburg die Menschenrechtslage und die fehlende Religionsfreiheit in dem seit 1950 von China besetzten Land kritisiert.

Der 72-Jährige, der seit 1959 im indischen Exil lebt und sich insgesamt zehn Tage in der Bundesrepublik aufhält, sagte: «Es gibt keine religiöse Freiheit und es gibt Menschenrechtsverletzungen.» Besonders kritisierte er die Überfremdung Tibets durch die Chinesen. «Bereits zwei Drittel aller Tibeter sind Chinesen.» Der Dalai Lama, der für eine Autonomie Tibets innerhalb Chinas eintritt, betonte, er setze weiter auf Verhandlungen.

Peking warf dem Dalai Lama vor, das Land spalten zu wollen. «Der Dalai Lama ist nicht einfach eine religiöse Persönlichkeit, sondern ein politischer Exilant, der schon lange in separatistische Aktivitäten verwickelt ist», erklärte das Außenministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. China begrüße, dass die Bundesregierung die exiltibetische Regierung in Indien nicht anerkenne und Tibet als einen unabtrennbaren Teil der Volksrepublik betrachte. Sie sei jedoch aufgefordert worden, auf ihre Zusagen «auch wirkliche Taten folgen zu lassen und dem Dalai Lama keine Bühne zu bieten». Auch dürften keine Treffen deutscher Regierungsbeamter mit dem Dalai Lama arrangiert werden.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte auf Anfrage: «Deutschland ist eine freie und demokratische Gesellschaft.» In der Bundesrepublik herrsche Religionsfreiheit. «Religiöse Würdenträger aus aller Welt sind in Deutschland willkommen.» Zuvor hatte bereits Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) Kritik Chinas am Empfang des Dalai Lama im Rathaus zurückgewiesen: «China ist ein wichtiger Partner, aber wir lassen uns nicht vorschreiben, wen wir empfangen und wen nicht.» Von Beust hatte den Dalai Lama am Donnerstag wie einen Staatsgast begrüßt, jedoch betont, dass er ihn als religiösen und nicht als politischen Führer empfange.



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