Bwin kürzt Investitionen in Deutschland - München (dpa) - Der private Sportwetten-Anbieter bwin will als Konsequenz aus der unsicheren Rechtslage sein finanzielles Engagement in Deutschland deutlich zurückfahren. Auf Grund noch anhängiger Gerichtsverfahren werde man die Investitionen im deutschen Markt 2007 um knapp 40 Millionen Euro reduzieren, sagte der Direktor der bwin e.K., Jörg Wacker, in München. «Das sind fast zwei Drittel unseres für 2006 angesetzten Marketingetats in Höhe von 64 Millionen Euro, den wir 2007 bei anderen rechtlichen Rahmenbedingungen noch einmal signifikant erhöht hätten.
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Bwin kürzt Investitionen in Deutschland

2006/10/23 15:45

Pressemeldung von:
Ancoso Development GmbH
München (dpa) - Der private Sportwetten-Anbieter bwin will
als Konsequenz aus der unsicheren Rechtslage sein finanzielles Engagement in Deutschland deutlich zurückfahren.

Auf Grund noch anhängiger Gerichtsverfahren werde man die Investitionen im deutschen Markt 2007 um knapp 40 Millionen Euro reduzieren, sagte der Direktor der bwin e.K., Jörg Wacker, in München. «Das sind fast zwei Drittel unseres für 2006 angesetzten Marketingetats in Höhe von 64 Millionen Euro, den wir 2007 bei anderen rechtlichen Rahmenbedingungen noch einmal signifikant erhöht hätten.» Auch
Bwin kürzt Investitionen in Deutschland
Das Logo des Wettanbieters «bwin» auf dem Trikot eines Sportlers.
künftig wolle bwin aber in Deutschland aktiv bleiben.

Verschiedene Marketing- und Sponsoringverträge ließen sich wegen gerichtlicher Entscheidungen nicht mehr aufrecht erhalten. Für das laufende Jahr bezifferte Wacker den Marketing-Etat des Unternehmens in Deutschland auf 64 Millionen Euro. Nach Kündigung der Verträge mit den Fußball-Bundesligaclubs Borussia Dortmund und dem VfL Bochum stünden nun weitere Entscheidungen an, beispielsweise für den Zweitligisten SC Freiburg. Der TSV 1860 München muss aber vorerst nicht um den Sponsoren-Vertrag mit bwin bangen. Dieser sei langfristig angelegt und werde weitergeführt, sagte Wacker. Das Vorgehen einiger Länder gegen private Sportwettenanbieter habe einen «rechtlichen Flickenteppich» geschaffen, «der seines gleichen sucht und den niemand mehr nachvollziehen kann».

Das Ergebnis der Ministerpräsidentenkonferenz, die sich in der vergangenen Woche grundsätzlich auf einen Erhalt des staatlichen Glücksspielmonopols verständigt hatte, sei absehbar gewesen. Man sehe den Entwurf für einen neuen Lotterie-Staatsvertrag daher gelassen, sagte Wacker. «Bisher sind die Ministerpräsidenten den Beweis schuldig geblieben, dass sie wirklich davon überzeugt sind, dass gerade von Lotto und der Sportwette eine so große Suchtgefahr ausgeht.»

Rückendeckung erwartet sich das Unternehmen vom Europäischen Gerichtshof. Es sei davon auszugehen, dass dieser bei anstehenden Entscheidungen zum Thema Sportwetten seine bisher eingeschlagene Richtung einer fortschreitenden regulierten Öffnung des Glücksspielsektors fortsetzen werde. Dann müssten die Länder ihre Position noch einmal auf den Prüfstand stellen, sagte Wacker. «Sollte der Glücksspielstaatsvertrag trotzdem beschlossen werden, müssten alle Länderparlamente bis Ende 2007 zustimmen.» Wegen der politischen Stimmungslage in den Ländern sei er aber zuversichtlich, dass das nicht geschehen werde.



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