Bankexperte: Scharfe Kontrolle der Banken könnte Finanzkrise mildern
|
Pressemeldung von:
ANCOSO Development GmbH
Frankfurt/Main (dpa) - Zur Lösung der andauernden Finanzmarktkrise müssen die Banken nach Expertensicht schneller Risiken offenlegen und sich stärkerer Kontrolle unterwerfen.
Die vielgeforderte «Transparenz» müsse den Banken zwangsweise auferlegt und von unabhängigen Stellen scharf kontrolliert werden. Das fordert der Bankenprofessor Martin Faust von der Frankfurt School of Finance & Management. «Eine Selbstverpflichtung ist nicht sinnvoll, das ist ein netter Versuch, aber man muss zwangsweise die staatlichen Vorschriften verschärfen», sagte Faust in einem Gespräch mit
der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Nur dann werde das Vertrauen der Banken untereinander wiederkehren. Der Internationale Bankenverband IIF hatte als Lehre aus der Finanzmarktkrise einen freiwilligen Kodex für mehr Transparenz und bessere Geschäftsführung angekündigt. In der derzeitigen Lage misstrauen die Banken einander und leihen sich nicht mehr im sonst üblichen Maße gegenseitig Geld. «Banken waren schon immer die Branche, die sich dezent mit Informationen zurückhält und nicht über Risiken berichtet, um Anleger und Investoren nicht zu beunruhigen», sagt Faust. «Das muss sich ändern.» Zur Offenlegung von Risiken sollten Banken nicht nur einmal im Jahr im Geschäftsbericht Zahlen veröffentlichen, sondern quartalsweise oder monatsweise über die Neubewertung der Wertpapier-Bestände und Risiken berichten, fordert der Bankenexperte. «Die Krise spielt sich innerhalb kürzester Zeit ab - da reicht es nicht, ab und zu Zahlen zu präsentieren.» Viele Daten sind nach Fausts Ansicht zudem nicht aussagekräftig. «Da wird eine Sicherheit vorgegaukelt, die es so nicht gibt.» Der Branchenprimus Deutsche Bank habe zum Beispiel für das dritte Quartal 2007 ein Gesamtrisiko für den Handelsbereich von 83 Millionen Euro ausgewiesen - obwohl die tatsächlichen Abschreibungen Milliarden betrugen. «Das ist ein Witz.» Die Banken müssten regelmäßig mit Stresstests arbeiten, bei denen Wertpapierverluste simuliert werden, und müssten verpflichtet werden, diese Zahlen zu veröffentlichen. Bislang sehe nur die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) solche Ergebnisse. Der Bankenprofessor fordert auch, dass keine Risiken mehr außerhalb der Bilanz aufgebaut werden dürften - die Vorgaben der Internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS müssten entsprechend verschärft werden. «Dann würde es nicht mehr so viele Überraschungen geben und der Markt wäre besser vorbereitet.» Zur besseren Kontrolle fordert Faust eine personelle Aufstockung der Aufsichtsbehörde BaFin, die zudem mehr Daten aus den Banken veröffentlichen sollte. Daneben müssten die Aufsichtsräte von Banken ihre Aufgabe ernst nehmen. «Die Aufsichtsräte müssen professioneller werden, vor allem bei Volksbanken und Sparkassen.» Vielerorts säßen bei kleinen Kreditinstituten Pfarrer oder Bürgermeister in diesen Gremien, die von der Materie wie zum Beispiel komplizierten Kreditpaketen keine Ahnung hätte.
Kontakt zum Autor des Artikels:
web:
Internet Marketing
|
Kommentare
zurück zur Kategorieseite: Pressefächer / Deutsche Presse-Agentur
Dieser Artikel wurde 46 Mal gelesen
Andere Artikel dieses Autors:
- Free Jazz trifft Hip-Hop in Moers
- Welternährungsprogramm will Flüge nach Birma wieder aufnehmen
- Josef Fritzl bleibt in Untersuchungshaft
- Microsoft geht gegen Rekord-Bußgeld der EU vor
- Gianna Nannini hat kein Interesse an Berlusconi
- Heftige Kritik der Opposition an geplanter Diätenerhöhung
- Verbraucherschützer fordern von Seehofer Farben auf Verpackungen
- Steinbrück prüft Entlastungen im Streit um Steuersenkung
- Scorpions sagen wegen Regen Spanien-Konzert ab
- Götz George stellt seine Biografie vor
- mehr...