Badische Imker verzeichnen ein massives Bienensterben nach der Maisaussaat
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Pressemeldung von:
Imkerei Honighäuschen
Was zunächst zusammenhanglos zu sein scheint, wird auf den zweiten Blick zu einer sehr ernst zu nehmenden Bedrohung für die Bienenvölker in verschiedenen Regionen Deutschlands. Derzeit verzeichnen die badischen Imker trotz schönsten Wetters massive Schwächungen, ja Zusammenbrüche ihrer Bienenvölker entlang der Rheinschiene. Nicht nur in der Geschäftsstelle des Badischen Imkerverbandes laufen die Telefone heiß. Traditionell überwintern über 50% der Imker Baden-Württembergs in den Auwäldern entlang des Rheins ihre Bienenvölker. Das milde Winterklima sowie eine gute
Frühjahrsentwicklung lassen die Bienenvölker wachsen.
In diesem Jahr sieht der Berufsimker Christoph Koch seine Völker dahinschmelzen wie Schnee in der Sonne. Auch der Vorsitzende der Badischen Imker Ekkehard Hülsmann meldet Alarmierendes und verfaßte einen Brandbrief an den Landwirtschaftsminister, in dem er eilige Maßnahmen fordert. Die Imker vermuten aufgrund der Erfahrungen in Italien, daß das mit dem hochtoxischen Nervengift Clothianidin gebeizte Mais-Saatgut für das Bienensterben verantwortlich sein soll. Hersteller des Agrargiftes ist BayerCropscience, aus deren Haus auch der verwandte Vorgängerwirkstoff Imidacloprid kam, der schon in Frankreich für das Massensterben der Bienen verantwortlich gemacht wurde. Im Vergleich zu Imidacloprid ist Clothianidin um ein Vielfaches giftiger. Es wird eingesetzt, um den Mais-Wurzelbohrer zu bekämpfen und Teile Baden-Würtembergs und Bayerns sind Mais-Wurzelbohrer-Gebiet. Vermutet wird, daß durch die Einsatz der Saatmaschinen aufgewirbelte Stäube auf blühende Rapsfelder und Blumenwiesen oder auch Wasserpfützen abdriften. Für wie gefährlich das Mittel eingeschätzt wird, zeigt auch eine Warnung der französischen Veterinärämter vom Beginn des Frühjahrs, die den Imkern eindringlich davon abraten, mit ihren Bienenvölkern in entsprechend behandelte Gebiete einzuwandern, ja diese Gebiete sogar für die nächsten Jahre zu meiden, denn Clothianidin baut sich kaum im Boden ab. Christoph Koch fordert schnellst mögliche Aufklärung. "Dies wollen wir hier vor allem auch deshalb, um eine mögliche Ausweitung der Problematik auf die anderen Bienenvölker in ganz Deutschland zu verhindern, denn wir befürchten jetzt schon eine sehr große Katastrophe!" Ekkehard Hülsmann fordert die Einrichtung eines Krisenstabes im Ministerium, "der sich der sofortigen Klärung dieses Massensterbens unserer Bienenvölker annimmt und die Haftungs- und Schadenersatzfragen klärt. Gleichzeitig fordern wir Sie als Verbraucherminister auf, der Bevölkerung in der Todeszone das Ausmaß der entstandenen Vergiftungen offenzulegen." Mit ersten Untersuchungsergebnissen eingeschickter Proben rechnet die Biologische Bundesanstalt in Braunschweig etwa ab Mitte der Woche. Dann wird es sich zeigen, ob auch in Deutschland künftig No-Go-Areas für Imker und Bienen eingerichtet werden müssen.
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