Auch Italien streitet heftig über Afghanistan-Einsatz - Rom (dpa) - Der italienische Ministerpräsident Romano Prodi muss wegen des Streits um den weiteren Afghanistan-Einsatz um seine Mehrheit bangen. Italienische Zeitungen berichteten, dass bis zu acht Parlamentarier aus den Reihen der Koalition bei der Abstimmung über die weitere Finanzierung der rund 1 900 Soldaten mit Nein stimmen könnten. Sie lehnten auch den jüngst vorgeschlagenen Kompromiss Prodis ab. Danach sollen die italienischen Soldaten in Afghanistan mehr zivile Aufbauhilfe leisten. Zudem würden sich die italienischen UN-Truppen aus der NATO-Mission «Enduring Freedom» zurückziehen.
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Auch Italien streitet heftig über Afghanistan-Einsatz

2007/02/08 14:27

Pressemeldung von:
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Rom (dpa) - Der italienische Ministerpräsident Romano Prodi muss wegen des Streits um den weiteren Afghanistan-Einsatz um seine Mehrheit bangen. Italienische Zeitungen berichteten, dass bis zu acht Parlamentarier aus den Reihen der Koalition bei der Abstimmung über die weitere Finanzierung der rund 1 900 Soldaten mit Nein stimmen könnten.

Sie lehnten auch den jüngst vorgeschlagenen Kompromiss Prodis ab. Danach sollen die italienischen Soldaten in Afghanistan mehr zivile Aufbauhilfe leisten. Zudem würden sich die italienischen UN-Truppen aus der NATO-Mission «Enduring
Freedom» zurückziehen.

«Die Rebellen im Prodi-Lager geben nicht auf», berichtete die römische Zeitung «La Repubblica». Die Kritiker kämen aus den Reihen der Kommunisten und der Grünen, hieß es. Die Abstimmung im Parlament ist für Anfang März geplant.

Prodi, der seit vergangenen Mai regiert, verfügt im Senat lediglich über eine hauchdünne Mehrheit von einer Stimme. Um Mehrheiten zu erreichen, hatte er bereits in den vergangenen Monaten mehrfach Abstimmungen über Gesetze mit einer Vertrauensfrage verbunden. Dabei kamen ihm zumeist auch mehrere Senatoren auf Lebenszeit zur Hilfe.

Bereits bei der Afghanistan-Entscheidung im Kabinett war es zum Bruch innerhalb der Mitte-Links-Koalition gekommen: Drei Minister waren aus Protest nicht zur Abstimmung erschienen. Zugleich baten die Botschafter aus sechs Ländern (USA,  Großbritannien, Niederlande, Rumänien, Kanada, Australien) Rom in einem offenen Brief, das Afghanistan-Engagement fortzusetzen. Außenminister Massimo D'Alema wies dies als «unangemessene Einmischung» zurück.



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