Auch Italien streitet heftig über Afghanistan-Einsatz
|
Pressemeldung von:
ANCOSO Development GmbH
Rom (dpa) - Der italienische Ministerpräsident Romano Prodi muss wegen des Streits um den weiteren Afghanistan-Einsatz um seine Mehrheit bangen. Italienische Zeitungen berichteten, dass bis zu acht Parlamentarier aus den Reihen der Koalition bei der Abstimmung über die weitere Finanzierung der rund 1 900 Soldaten mit Nein stimmen könnten.
Sie lehnten auch den jüngst vorgeschlagenen Kompromiss Prodis ab. Danach sollen die italienischen Soldaten in Afghanistan mehr zivile Aufbauhilfe leisten. Zudem würden sich die italienischen UN-Truppen aus der NATO-Mission «Enduring Freedom» zurückziehen.
«Die Rebellen im Prodi-Lager geben nicht auf», berichtete die römische Zeitung «La Repubblica». Die Kritiker kämen aus den Reihen der Kommunisten und der Grünen, hieß es. Die Abstimmung im Parlament ist für Anfang März geplant. Prodi, der seit vergangenen Mai regiert, verfügt im Senat lediglich über eine hauchdünne Mehrheit von einer Stimme. Um Mehrheiten zu erreichen, hatte er bereits in den vergangenen Monaten mehrfach Abstimmungen über Gesetze mit einer Vertrauensfrage verbunden. Dabei kamen ihm zumeist auch mehrere Senatoren auf Lebenszeit zur Hilfe. Bereits bei der Afghanistan-Entscheidung im Kabinett war es zum Bruch innerhalb der Mitte-Links-Koalition gekommen: Drei Minister waren aus Protest nicht zur Abstimmung erschienen. Zugleich baten die Botschafter aus sechs Ländern (USA, Großbritannien, Niederlande, Rumänien, Kanada, Australien) Rom in einem offenen Brief, das Afghanistan-Engagement fortzusetzen. Außenminister Massimo D'Alema wies dies als «unangemessene Einmischung» zurück.
Kontakt zum Autor des Artikels:
web:
Internet Marketing
|
Kommentare
zurück zur Kategorieseite: Medien / Zeitungen
Dieser Artikel wurde 2084 Mal gelesen
Andere Artikel dieses Autors:
- Steinmeier bestätigt Freilassung von entführten Wüstenurlaubern
- Raumfrachter «Jules Verne» verglüht mit 2,5 Tonnen Müll an Bord
- SPD siegt knapp bei Brandenburger Kommunalwahlen
- In Ägypten entführte Urlauber frei
- EU und UEFA werben für gesunde Ernährung
- Freigelassene Wüstenurlauber in Ägypten gelandet
- Merkel will nach CSU-Fiasko Konsequenzen für CDU-Wahlkampf ziehen
- Keine «Abwicklung» von Hypo Real
- Laut Löw kein größerer Kader für WM-Doppelpack
- CSU will Sondierungsgespräche mit FDP und freien Wählern führen
- mehr...