Anklage sieht in VW-Affäre Ermittlungsbedarf bei Piëch - Im Prozess um die VW-Affäre gegen den früheren Betriebsratschef Klaus Volkert und Ex-Personalmanager Klaus- Joachim Gebauer deutet sich nach einem NDR-Bericht eine überraschende Wende an. Wie NDR Info am Sonntag meldete, gibt es bei der Braunschweiger Staatsanwaltschaft weiteren Ermittlungsbedarf. Das gelte vor allem für die Rolle des früheren VW-Vorstandschefs und jetzigen Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch. Danach wollten die Ermittler weitere Zeugen aus dem nahen und weiteren Arbeitsumfeld Piëchs hören. Einzelheiten zum weiteren Vorgehen sollten am Montag im Laufe des zweiten Prozesstages vor dem Landgericht Braunschweig mitgeteilt werden.
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Anklage sieht in VW-Affäre Ermittlungsbedarf bei Piëch

2007/11/26 08:24

Pressemeldung von:
ANCOSO Development GmbH
Im Prozess um die VW-Affäre gegen den früheren Betriebsratschef Klaus Volkert und Ex-Personalmanager Klaus- Joachim Gebauer deutet sich nach einem NDR-Bericht eine überraschende Wende an. Wie NDR Info am Sonntag meldete, gibt es bei der Braunschweiger Staatsanwaltschaft weiteren Ermittlungsbedarf. Das gelte vor allem für die Rolle des früheren VW-Vorstandschefs und jetzigen Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch.

Danach wollten die Ermittler weitere Zeugen aus dem nahen und weiteren Arbeitsumfeld Piëchs hören. Einzelheiten zum weiteren Vorgehen sollten am Montag im Laufe des
Anklage sieht in VW-Affäre Ermittlungsbedarf bei Piëch
Der frühere VW-Chef und jetzige Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch könnte in der VW-Affäre ins Visier der Ermittler geraten.
zweiten Prozesstages vor dem Landgericht Braunschweig mitgeteilt werden. Die Staatsanwaltschaft war am Sonntagabend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Anlass für die weiteren Ermittlungen sind laut NDR Zweifel der Staatsanwaltschaft, dass Piëch von den Unregelmäßigkeiten bei Volkswagen nichts gewusst habe. So soll es bei VW keine relevanten Vorgänge gegeben haben, von denen Piëch nichts gewusst habe. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, Klaus Ziehe, sprach laut NDR INFO von neuen Informationen, die so relevant seien, dass die Staatsanwaltschaft weiteren Ermittlungsbedarf sehe.

Piëch hat bisher jede Verwicklung in den Skandal um Schmiergelder und Lustreisen auf Firmenkosten zurückgewiesen und etwa betont, über den genauen Umfang der an Volkert gezahlten Sonderbonuszahlungen nichts gewusst zu haben. Für Aufsehen aber hatte zum Auftakt des Prozesses gegen Volkert und Gebauer Mitte November ein Brief gesorgt, in dem Piëch und der frühere VW-Personalvorstand Peter Hartz Volkert eine höhere Betriebsrente zugesagt haben sollen. Der Brief war nach Darstellung von Volkerts Verteidiger nicht in dessen Personalakte.

Piëch soll im Verlauf des Prozesses als Zeuge aussagen. Laut NDR INFO sollen nun zudem auch der ehemalige Finanzvorstand des VW- Konzerns, Bruno Adelt, sowie der heutige Audi-Chef Rupert Stadler als Zeugen gehört werden. Stadler leitete von 1997 bis Ende 2002 das Generalsekretariat des VW-Chefs Piëch. Nach dem Bericht von NDR INFO könnte die Verteidigung der Angeklagten Gebauer und Volkert aufgrund des weiteren Ermittlungsbedarfs der Staatsanwaltschaft eine Unterbrechung des Prozesses verlangen. Im schlimmsten Fall könnte die Verhandlung auch platzen. Ursprünglich wollte die Kammer am 24. Januar die Urteile gegen Volkert und Gebauer verkünden.

Wie NDR INFO weiter berichtete, haben im Vorstand von VW mehr Mitglieder als bisher bekannt von Unregelmäßigkeiten gewusst. So sei der zwischen VW und der brasilianischen Ex-Geliebten von Volkert zustande gekommene «Agentur»-Vertrag nicht nur von Hartz, sondern auch von einem weiteren Vorstandsmitglied bewilligt worden. Barros hatte von VW über einen längeren Zeitraum insgesamt knapp 400 000 Euro erhalten, laut Anklage ohne Gegenleistung.

Volkert muss sich in dem Prozess wegen Anstiftung zur Untreue verantworten. Er soll Hartz dazu angestiftet haben, ihm Sonderboni in Höhe von insgesamt fast zwei Millionen Euro zu zahlen. Volkert weist dies zurück. Gebauer, der im Auftrag von Hartz Lustreisen von Betriebsräten auf Firmenkosten organisiert hatte, ist wegen Untreue angeklagt.



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