Analysten: Gescheiterte Allianz-Leben-Offerte ohne Auswirkungen
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Pressemeldung von:
Dow Jones Newswires
MÜNCHEN (Dow Jones)-- Die gescheiterte Komplettübernahme der deutschen Allianz Leben hat nach Einschätzung von Analysten und Marktteilnehmern keinen Einfluss auf die künftige Geschäftsentwicklung des Lebensversicherers oder die Bewertung des Gesamtkonzerns Allianz. Auch erwarten die Fachleute keine negativen Signale für die noch laufende Übernahme der französischen Tochter AGF. Die geringe Annahmequote des freiwilligen Umtauschangebots an die Aktionäre der Allianz Leben wertet Analyst Lucio di Geronimo als "unbefriedigend für die Allianz" aber zugleich "nicht dramatisch". Die Allianz
habe eine Bereinigung der Konzernstrukturen angestrebt, aber müsse die Minderheitsaktionäre nunmehr weiter berücksichtigen, sagte di Geronimo Dow Jones Newswires. Relevant für die Bewertung der Allianz Gruppe sei das Ergebnis nicht, sagte der Analyst
Die leichte Aufstockung ihres Anteils auf 92,58% von zuvor 91,03% im Rahmen des freiwilligen Angebots verändere die Verhältnisse nicht. "Das hilft der Allianz nicht wirklich weiter", sagte di Geronimo. Nunmehr werde die Allianz voraussichtlich auf Zeit spielen und über den Markt zukaufen. Die Aktie der Allianz Leben notierte im Frankfurter Parkett-Handel am Dienstagmittag bei nur geringen Umsätzen mit einem Minus von 0,9% bei 770,50 EUR. Die Allianz hatte über ihre Inlandsholding Allianz Deutschland AG (ADAG) den Allianz Leben-Aktionären 750,00 EUR je Aktie in bar geboten. Dies entsprach einem Aufschlag von knapp 20% gegenüber dem durchschnittlichen Kurs der Allianz-Leben-Aktie in den sechs Monaten vor der Ankündigung des Angebots Ende Januar. Mit diesem Angebot wollte die Allianz ihren Anteil wenigstens auf 95% erhöhen, um dann einen Squeeze out durchführen zu können. Händler sahen in der geringen Akzeptanz des Angebots keine Überraschung, da der Markt ohnehin nicht mit einem Auskaufen der verbliebenen Aktionäre (Squeeze out) gerechnet habe. "Der Kurs von Allianz Leben lag stets über dem Angebot der Allianz", sagte ein Händler am Dienstag. Allerdings hätten wohl einige Anleger darauf spekuliert, dass Fonds einen Teil ihrer Allianz-Leben-Beteiligung andienen könnten, um von einem hohen Squeeze-out-Angebot zu profitieren. Operativ laufe das Geschäft bei Allianz Leben sehr gut, dies sei aus Sicht der Allianz der wesentliche Faktor. Eine Prognose aus dem Ergebnis der Allianz Leben für das derzeit ebenso laufende Umtauschangebot für die Aktionäre der französischen AGF lassen sich nach di Geronimos Einschätzung nicht ohne Weiteres ziehen. "Die Alternativen für die AGF-Aktionäre sind noch gefährlicher." Nehmen die AGF-Aktionäre das Angebot nicht an, wäre sowohl dem Konzern als auch den Aktionären nicht geholfen, so der Analyst. Das Verfahren würde aller Voraussicht nach von vielen Aktionärsklagen verzögert. Und die Aktionäre erhalten am Ende einen geringeren Gegenwert als über das Angebot. Die gescheiterte Komplettübernahme der Allianz Leben werde keine Auswirkungen auf das Angebot für die französische Tochter AGF haben, erwartet Analyst Andreas Schäfer von der WestLB. Eine Komplettübernahme der AGF sei leichter und schneller zu erreichen, da die Muttergesellschaft Allianz SE nach europäischem Recht auch eine Verschmelzung mit der AGF erreichen kann, was nach deutschem Recht nicht möglich ist. Zudem wies er darauf hin, dass eine Bewertung der Unternehmen durch einen unabhängigen Gutachter schneller zu erreichen sei als die Entscheidung eines deutschen Gerichts in einem so genannten Spruchstellenverfahren. Die Allianz bietet in der noch bis 20. April laufenden Offerte zusätzlich zur Bar-Komponente von 87,50 EUR den Anteilseignern 0,25 eigene Aktien für ein AGF-Papier. Zudem wird die Summe um 0,95 EUR je Aktie erhöht, da die für das Angebot neu auszugebenden Allianz-Aktien für 2006 nicht dividendenberechtigt sind. Europas größter Versicherer hat für den Fall, dass kein Squeeze out durchführt wird, eine grenzüberschreitende Verschmelzung mit AGF angekündigt. Dabei könnte nach Allianz-Angaben das exakte Umtauschverhältnis weniger vorteilhaft sein, da dieses auf der Basis des inneren Wertes beider Unternehmen berechnet wird auf der Grundlage des Ertragswertverfahrens S1 des Instituts der Wirtschaftsprüfer Deutschland (IDW). Die Aktie der Allianz SE notierte am Dienstag gegen 13.00 Uhr schwächer als der Markt mit einem Plus von 0,13% bzw 0,20 EUR bei 155,15 EUR. DJG/rne/uxd/nas
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http://www.allianz.com
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