Analyse: Zehn Jahre Mindestlohn am Bau
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Pressemeldung von:
ANCOSO Development GmbH
Mit Mindestlöhnen hat eine große Branche in Deutschland bereits langjährige Erfahrungen: Am Bau gilt seit 1997 eine solche Lohn-Untergrenze für gewerbliche Arbeitnehmer und Firmen. Ein Bilanz nach zehn Jahren zog unlängst das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Danach bringen moderate Mindestlöhne allenfalls geringe Jobverluste - unter günstigen Bedingungen sei sogar die Schaffung neuer Stellen möglich, urteilt das Forschungszentrum der Bundesagentur für Arbeit (BA).
Der neue IAB-Direktor Joachim Möller hatte dabei die Zahl der Bau-
Beschäftigten vor und kurz nach Einführung des Bau-Mindestlohns im Jahr 1997 verglichen und dabei Ostdeutschland «leichte negative Beschäftigungseffekte» festgestellt. Dagegen seien in den alten Bundesländern im Vergleich zu 1996 neue Jobs im Bau- und Ausbaugewerbe entstanden. Im Westen hatten jedoch weit weniger Bauarbeiter von der Neuregelung profitiert als im Osten.
Ein moderater Mindestlohn sei also «offenbar nicht zwangsläufig beschäftigungsschädlich», sagte Möller. Wenn allerdings sehr viele Arbeitnehmer davon etwas hätten, wirke sich das «tendenziell negativ» aus, sprich: Jobverluste würden wahrscheinlicher. Die Kunst liege nach den Erfahrungen am Bau nun darin, den kritischen Wert zu ermitteln, ab dem ein Mindestlohn Beschäftigung vernichtet, ergänzte Möller in einem Zeitungsinterview. Er hält es für denkbar, dies den Tarifparteien einer Branche und Region zu überlassen. Seit September gilt im deutschen Baugewerbe ein Mindestlohn von 12,50 Euro pro Stunde für Facharbeiter im Westen und 9,80 Euro für Facharbeiter im Osten; ungelernte Bauarbeiter erhalten im Westen 10,40 Euro, im Osten 9,00 Euro. Nach Berechnungen der Arbeitgeber betreffen diese Mindestlöhne etwa jeden vierten Bauarbeiter. Die Untergrenzen sind in einem eigenen Tarifvertrag geregelt, der bis August 2008 gilt und für 2007 eine durchschnittliche Tarifsteigerung unter 1 Prozent vorsah. Dieses moderate Mindestlohn-Plus hatte für die Bau-Arbeitgeber die Folge, dass ihre Kostenbelastung durch den Tarifabschluss 2007 von nominal 3,5 auf gut 2 Prozent sank.
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