Altersvorsorge macht Schule? Bildungskatatsrophe statt finanzieller Anaphabetismus ? - Hamburg, 1.03.2007. „Altersvorsorge: wissen wie’s geht“. So werben die Initiatoren.
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Altersvorsorge macht Schule? Bildungskatatsrophe statt finanzieller Anaphabetismus ?

2007/03/01 16:42

Pressemeldung von:
Markus Rieksmeier, Hamburg
Hamburg, 1.03.2007. „Altersvorsorge: wissen wie’s geht“. So werben die Initiatoren. Es scheint also für das Sparen einen einfacheren Verständnisweg zu geben als gedacht. Diese Einfachheit scheint 270 Folien zu beanspruchen. Jeder Pädagoge würde auf die „Renteninformation“ aufbauen, die seit einigen Jahren regelmäßig an die Versicherten verschickt wird. Fehlanzeige. Hintergründe zum so genannten „Nachhaltigkeitsfaktor“, der die Renten in Abhängigkeit vom Verhältnis Beitragszahler zu Rentner absenkt, bleiben ohne Erläuterung. Inhalte passen nicht zur Kapitelüberschrift.
Altersvorsorge macht Schule? Bildungskatatsrophe statt finanzieller Anaphabetismus ?
Zeitdiebe
„Fundiert?“ Bei der Riesterrente fehlt die Förderung für Arbeitslose und Hartz IV-Empfänger. Trotzdem gibt es kein Beispiel zu Riester-Zulagen, in einem Riestervortag. Die Kurs-Präsentation verzichtet auf die Rente mit 67. An drei Stellen des Kurses werden drei unterschiedliche Berechnungsschemata zur Renten-Bedarfsanalyse dargeboten. Inflation fehlt. Zwar wird dem Bürger ein Kassensturz empfohlen, um zu prüfen, ob Geld zum Sparen übrig ist, aber falls nicht: nicht sparen. Es fehlt ein Lösungsvorschlag, beispielsweise eine Streichliste bei Konsum. Verständlich?“ Nicht, wenn der Teilnehmer beantworten soll, ob „§ 26 Abs. 1 EStG“ erfüllt ist, statt „Zahlen Sie Pflichtbeiträge in die Gesetzliche Rentenversicherung?“. Die Betriebsrente wird auf 60 Folien ausgedehnt und endet mit den „Nachteilen“. Das Kurskonzept vermittelt den Eindruck, dass finanzwissenschaftliche Erkenntnisse unberücksichtigt blieben. „Fundiert?“ Bei der so genannten „Prioritäten“-Liste verzichten die Autoren auf Quellenangaben. Falsche Empfehlungen sind bei einem Finanzdienstleister „Vermögensschäden“. An vielen Stellen weiß der Teilnehmer gar nicht worüber gerade gesprochen wird. „Übersichtlich?“ Trotz ausgedehnten Umfangs fehlt eine Kurzfassung der Regeln des Alterseinkünftegesetzes. Warum wäre das wichtig? Das Gesetz lässt sich in wenigen Sätzen charakterisieren. Ausgewogen?“ „Private Rentenversicherung“ auf 270 Folien kaum genannt. Am Ende des Kurses wird sie Rangplatz 3 einnehmen! „Fundiert?“ Addiert füllen die fachlichen Fehler eine zweiseitige tabellarische Aufstellung. „Verständlich?“ Sprachlich sind die Autoren von der Realität entfernt. „Vollständig?“. Die Referenten reden über fremden Stoff. Der Kurs motiviert nicht zum Sparen, das ist der Kardinalfehler der Initiative. Um die Bürger zum Sparen zu führen, hätte ein erheblich geringerer Umfang genügt. Ohne Entkernung des didaktischen Gebäudes von „Altersvorsorge macht Schule“ bestehen erhebliche Zweifel an den Erfolgsaussichten. Dieser Kurs wäre in jedem Wirtschaftsunternehmen zurückzuziehen, aus Einsicht und nicht, weil es sich nicht aus Steuergeldern finanziert. Der Kurs ist sofort zurückzuziehen.



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