Windows-Raubkopien: Russischer Lehrer doch verurteilt
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Pressemeldung von:
Martin Stepanek
Geldstrafe beträgt halbes Monatsgehalt
Der russische Schulleiter Alexander Ponosov, der wegen des Einsatzes illegaler Windows-Raubkopien vor Gericht zitiert wurde, muss nun doch eine Geldstrafe bezahlen. Nachdem ein russisches Gericht den Fall wegen finanzieller Unbedeutsamkeit zunächst nicht weiter verfolgen wollte, wurde der darauf folgenden Beschwerde der Staatsanwaltschaft stattgegeben. In einem neuerlichen Prozess wurde Ponosov jetzt zu einer Geldstrafe von 5.000 Rubel (142 Euro) verurteilt, was einem halben Monatsgehalt entspricht. Das Gericht sah es letztlich
als erwiesen an, dass Ponosov für den Einsatz von illegaler Microsoft-Software an insgesamt zwölf Computern der Schule verantwortlich ist. Ponosov will die verhängte Strafe nicht akzeptieren und hat Berufung angekündigt. Gleichzeitig betonte er erneut, unschuldig zu sein, da die Software auf den von der Schule erworbenen Computern vorinstalliert gewesen sei. Dieser Ansicht wollte sich das russische Gericht bei seiner ersten Urteilsverkündung aber nicht anschließen. Es bezifferte den Microsoft entstandenen Schaden mit umgerechnet 7.590 Euro.
Der Fall Ponosov hat in und außerhalb Russlands die Wogen hoch gehen lassen, nachdem der frühere sowjetische Präsident Michael Gorbatschow einen offenen Brief an Bill Gates verfasste und diesen um Gnade für den aus bescheidenen Verhältnissen stammenden Lehrer bat (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=070206013 ). Microsoft hat seit jeher jedoch beteuert, nichts mit den gerichtlichen Erhebungen zu tun zu haben. "Es ist nicht in unserem Interesse, Schulen oder Lehrer strafrechtlich zu verfolgen. Vielmehr wollen wir Schülern helfen Technologiefähigkeiten zu entwickeln, die man im 21. Jahrhundert braucht", so das Unternehmen in einer Stellungnahme. Der Fall Ponosov sei ausschließlich auf die russischen Autoritäten zurückzuführen. Man selbst habe keine Absicht, gegen Ponosov gerichtlich vorzugehen, so Microsoft. Schon während des ersten Prozesses hatte unter anderem der russische Staatspräsident Putin die Vorwürfe gegen den russischen Lehrer als totalen Unsinn bezeichnet. Dass die Staatsanwaltschaft die Anklage nicht fallen ließ, konnte aber auch er nicht verhindern.
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